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Osterzeit ist Eierzeit – als Deko, Hefezopf oder als Schokovariante

Bunt als Deko, gebacken im Hefezopf oder als Schokovariante: Osterzeit ist Eierzeit. TV-Moderatorin und Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks mit den wichtigsten Infos rund ums Ei.

Yvonne Willicks

Da sind sie wieder: Die bunten, in Plastik abgepackten Eier im Supermarkt. Die lasse ich meistens liegen. Denn erstens weiß ich nicht, aus welcher Haltung die Eier sind. (Nur frische, rohe Eier müssen eine Haltungskennzeichnung tragen.) Und zweitens färbe ich meine Eier lieber selber. Wenn ich Zeit habe, bastele ich an den Wochenenden vor Ostern Deko für den Osterstrauß. Ich kann gar nicht genug davon kriegen. Ob mit Wasserfarbe und Pinsel, Metallgrundierung, Spitze, Strickgarn oder Serviettentechnik – Eier zu verzieren macht einfach irre Spaß. Die Inspiration hole ich mir meistens aus dem Netz, da gibt es ja Unmengen an Ideen.

Selbstgemachte Ostereier richtig aufbewahren – so geht es

Die Deko-Eier, die die Osterzeit bei uns überleben, verwahre ich in Eierkartons im Keller und hänge sie im nächsten Jahr meistens an den Strauch vor dem Haus wieder. Ich habe noch Eier, die meine Kinder vor Urzeiten gebastelt haben. Unser Osterstrauch (Zum Glück überdacht!) ist in der Regel immer sehr schön bunt gemischt.

Haltungskennzeichnung bei Eiern

In 2017 wurden in Deutschland rund 12 Milliarden Eier gelegt, davon 65 Prozent in der Bodenhaltung. Von insgesamt 48 Millionen Hennen lebten 4,5 Millionen bei Bio-Bauern. Und deren Eier versuche ich immer zu kaufen, mindestens aber Freiland-Eier. Da haben die Tiere es am besten. Das ist mir wichtig. Und da ich nicht mehr so auf den Cent gucken muss, ist mir das Wohl der Tiere auch den Aufpreis wert.

Tierwohl bei Bio-Eiern und Freilandhaltung

Anhand der Codes auf den Eiern kannst du erkennen, wie die Hühner leben, die die Eier gelegt haben.

In der Bio- und Freilandhaltung haben die Hennen am meisten Platz

Hennen aus Biohaltung haben einen Auslauf und mit Sitzstangen ausgestattete Ställe. Pro Quadratmeter Stall sind sechs Tiere erlaubt. So leben auch die Hühner in der Freilandhaltung.

In der Bodenhaltung werden bis zu neun Hennen pro Quadratmeter gehalten. Einen Auslauf für sie gibt es aber nicht. Tiere aus der Kleingruppenhaltung leben in Käfigen mit Sitzstangen. Jede Henne unter 2 kg hat 800 Quadratzentimeter Platz, schwerere Tiere 900 Quadratzentimeter. Das finde ich traurig. 🙁

50 Millionen männliche Küken werden getötet, weil sie nicht schnell genug wachsen

Bio-Ware gibt es ja mittlerweile in fast allen Supermärkten und Discountern zu kaufen. Noch nicht durchgesetzt hat sich dagegen die Bruderhahn-Aufzucht. Auch das versuche ich zu unterstützen, wo immer es geht. Der Hintergrund: Die durchschnittliche Legehenne ist ein Hochleistungstier, speziell für eine hohe Legeleistung gezüchtet. Ihre Brüder aber eignen sich nicht zur Mast, weil sie nicht so schnell Fleisch ansetzen wie speziell dafür gezüchteten Rassen. Deswegen werden sie kurz nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet – etwa 50 Millionen pro Jahr.

Bruderküken aufziehen – es kostet, aber es geht!

Einige Züchter wollten das ändern und haben Initiativen gegründet, um die langsam wachsenden Bruderküken aufzuziehen und deren Fleisch zu vermarkten. Die Bruderhahn-Aufzucht ist teurer und wird mit dem Eierverkauf quersubventioniert, deswegen kosten diese Eier ein paar Cent mehr. Das langfristige Ziel der Initiatoren ist die Züchtung von Zweitnutzungsrassen, also Rassen die viele Eier legen, aber auch schnell und gut Fleisch ansetzen. Die Eier werden unter folgenden Namen vertrieben: „Bruderhahn Initiative Deutschland“ (Bio-Läden), „basic Bruderherz-Initiative“ (basic), „Haehnlein“ (denn’s, Alnatura, Edeka), „Bruderküken-Initiative“ (Alnatura), „Initiative Bruder-Ei“ (SuperBioMarkt), „Spitz & Bube“ (REWE), „Herzbube“ (Penny), „Henne & Hahn!“ (Aldi Süd).

Wollt ihr auch die Brüder retten? Dann macht mit!

Eure Yvonne