Essen & Kochen

Eis selber machen – mit und ohne Eismaschine

Selbstgemachtes Eis zum Dahinschmelzen, nützliche Tipps und Wissenswertes rund um die kalte Köstlichkeit beschreibt Yvonne Willicks in ihrem Blog.

Yvonne Willicks

Das bringt mich zum Schmelzen – Ice Ice Baby

Ich bin nicht so ein Eisfan, aber meine Familie liebt Eis – uns zwar im Sommer genauso wie im Winter. Und wenn draußen richtig heiß ist und ich den ganzen Tag unterwegs war, dann gönne ich mir auch schon mal eine Kugel. Am liebste von einer richtigen Bude, wo das Eis selber hergestellt wird. Davon gibt es ja zum Glück wieder mehr. Eine Zeit lang sah es so aus, als ob selbstgemachtes Eis den Wettkampf gegen Industrieeis verlieren würde. Aber glücklicherweise kam dann der „homemade“-Trend mit Streetfood , selbstgemachten Pasten und Marmeladen und eben auch selbstgemachtem Eis – meistens im Premium-Segment. Das kann ganz schön ins Geld gehen (bei 1,60 Euro für eine Kugel Bio-Eis. Naja!), aber lohnt sich geschmacklich meistens schon… Das kann man sich halt nicht alle Tage gönnen!

Yvonnes Vanilleeis – einfaches Grundrezept

Deswegen mein Vorschlag: Eis einfach mal Selbermachen. Schon alleine der Erfolg, aus ein paar einfachen Zutaten köstliche Eiskugeln zu zaubern, macht glücklich – und außerdem weiß man dann auch genau, was drin ist (und vor allem wie viel Zucker….).

Und außerdem ist Eis selber machen gar nicht so schwer wie allgemein angenommen wird. Einfach mal ausprobieren! Hier ist ein einfaches Grundrezept für Vanilleeis. Es dient auch als Basis für andere Eissorten, wie Schokolade, Erdbeeren, Nüssen etc. und kann nach Belieben verändert werden. Wichtig ist nur, dass das Zutatenverhältnis in etwa stimmt: Flüssige und feste Zutaten sollten in einem Verhältnis von 2:1 stehen und Zucker sollte etwa 15-20 Prozent ausmachen.

Zutaten für Vanilleeis:

  • 300 g Sahne
  • 300 g Milch
  • 6 Eigelb
  • 130 g Zucker
  • 1 Vanilleschote

Zubereitung:

Vanilleschote längs durchschneiden, Mark herauskratzen. Milch, Sahne, Vanillemark und Schote in einem Topf erhitzen bis sie fast kocht. Beiseite stellen.

Eigelb und Zucker schaumig schlagen. Heiße Milchsahne vorsichtig in die Eimasse geben und dabei weiter mixen, bis alles gut durchgemischt ist. Schüssel auf ein Wasserbad stellen und Masse auf etwa 80 Grad erhitzen. (Bitte nicht heißer, sonst gerinnt das Eigelb.)

Heiße Masse umfüllen und in eine Schüssel mit Eiswasser setzen. Gelegentlich umrühren. Erst wenn die Masse richtig kalt ist weiterverarbeiten. Eventuell noch mal für ein paar Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Eis selber machen – mit und ohne Eismaschine

Die Eismaschine macht nun daraus innerhalb von einer Stunde ein köstliches Vanilleeis. Die Masse wird automatisch gekühlt und regelmäßig umgerührt, so dass die sich bildenden Eiskristalle immer schön zerkleinert werden. (Wichtig!) Aber auch ohne Eismaschine ist die Zubereitung nicht schwer. Sie ist nur etwas aufwändiger und dauert länger: Damit die Masse nicht zu einem einzigen Klumpen gefriert, musst Du sie regelmäßig bewegen. Sobald sich erste Eiskristalle bilden, musst du die Eismasse mit einem Schneebesen oder einer Gabel kräftig durchrühren. Dann das Eis wieder kaltstellen. Vorgang drei bis vier Mal alle 30 Minuten wiederholen. Ist das Eis anschließend immer noch zu weich, lasse es weiter im Gefrierfach für etwa ein bis zwei Stunden, bevor du es servierst. Selbstgemachtes Eis hält sich im Gefrierfach etwa 1 Woche lang.

Eiscreme, Sahneeis – was ist der Unterschied?

Soweit so gut zu selbstgemachtem Eis, aber was ist mit abgepackten Produkten? Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Eiscreme und Speiseeis? Und warum gibt es so enorme Preisunterschiede? Das liegt natürlich an den Zutaten. Je hochwertiger sie sind, desto teurer ist das Eis. Viele Hersteller tauschen Sahne und Milch gegen günstigere pflanzliche Fette wie Kokos- oder Palmfett aus. Achtung also bei Werbeslogans wie „Mit Sahne verfeinert“. Sollte Eis nicht von vornherein aus Sahne bestehen? Ich finde schon!

Unterschied Speiseeis und Cremeeis

In der deutschen „Speiseeisverordnung“ ist genau aufgeführt, was in den verschiedenen Eisarten enthalten sein muss.

  • Creme-Eis:
Muss mindestens 50 Prozent Milch enthalten und auf einen Liter Milch mindestens 270 Gramm Vollei oder 90 Gramm Eigelb. Zusätzliches Wasser darf nicht rein.
  • Rahmeis, Sahneeis:
Enthält mindestens 18 Prozent Milchfett aus der bei der Herstellung verwendeten Sahne.
  • Milcheis:
Enthält mindestens 70 Prozent Milch.
  • Eiscreme:
Enthält mindestens zehn Prozent Milchfett.
  • Fruchteiscreme:

Enthält mindestens acht Prozent Milchfett und einen deutlich wahrnehmbaren Fruchtgeschmack.
  • Fruchteis:
Der Fruchtanteil muss mindestens 20 Prozent sein. Es wird ohne Fettzusatz hergestellt. Bei Fruchteis aus Zitrusfrüchten oder anderen sauren Früchten beträgt der Fruchtanteil mindestens zehn Prozent.
  • Eis: enthält vor allem pflanzliche Fette, Einsatz von Milchfett ist möglich
  • (Frucht-)Sorbet: Der Fruchtanteil muss mindestens 25 Prozent sein, bei Zitrusfrüchten mindestens 15 Prozent. Milch oder Milchbestandteile werden nicht verwendet.
  • Wassereis: Wassereis enthält hauptsächlich Wasser, Zucker sowie Geschmack gebende und färbende Zutaten.

Zum Nachlesen hier die Leitsätze des Lebensmittelbuches für Speiseeis:

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Lebensmittelbuch/LeitsaetzeSpeiseeis.pdf?__blob=publicationFile

Und wie viel Inhalt steckt in einer Eispackung? Eis wird (als flüssiges Lebensmittel) in Volumen (Millilitern) abgemessen und nicht wie andere Lebensmittel nach Gewicht (Kilo oder Gramm). Das Volumen sagt dabei aber nichts über das Gewicht aus. Während 1 Liter Milch etwa 1 Kilogramm auf die Waage bringt, kann eine 1 Liter Eispackung schon mal aus sehr viel Luft und etwa nur etwa 500 Gramm Eis bestehen.

Mein Tipp: auch beim Eiskauf immer aufs Kleingedruckte achten.

In diesem Sinne – viel Spaß

Eure Yvonne