Essen & Kochen

Obst und Gemüse richtig lagern!

Viele leckere Obst- und Gemüsesorten werden im Sommer geerntet: Beeren, Pfirsiche, Melonen, Bohnen, Kohlrabi. Doch wie werden sie richtig gelagert? Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks mit den besten Tipps.

Yvonne Willicks
Yvonne Willicks mit einem Gemüse und Obstkorb

Eines vorneweg: am besten lagert ihr gar nichts. Frisches Obst und Gemüse schmeckt frisch am besten und sollte deswegen so schnell es geht verarbeitet und aufgegessen werden. Lasst euch von dem verlockenden Angebot im Supermarkt nicht verführen, auf Vorrat einzukaufen. Schreibt euch lieber einen Einkaufszettel und packt nur das ein, was ihr wirklich braucht.

Sommer-Obst und Gemüse richtig lagern!

Wer nun einen kleinen Gemüsegarten hat, der kann natürlich nicht 20 Kohlrabi auf einmal essen. Ist klar! Aber hier gilt schon bei der Aussaat darauf zu achten, dass nicht alles im Gemüsebeet gleichzeitig erntereif wird. Also vielleicht die Kohlrabi-Setzlinge in Etappen anpflanzen, genauso wie beim Salatbeet oder den Zucchini- oder Kürbispflanzen. Dann habt ihr den ganzen Sommer frisches Gemüse und kein Lagerungsproblem! Obwohl gerade Kohlrabi noch zu den einfacheren Kandidaten gehört, er kann nämlich prima im Gemüsefach im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das gilt allerdings nicht für den Kürbis …

Heimisches liebt es kühl, Exotisches warm

Aber der Reihe nach! Generell gilt: nicht alle Obst- und Gemüse-Sorten mögen die kalte Umgebung im Kühlschrank. Exoten wie Bananen werden im Kühlschrank braun und unansehnlich. Zitrusfrüchte büßen ihr Aroma ein, genauso wie Tomaten (die ja jetzt im Sommer besonders köstlich sind …). Die Faustformel für die richtige Lagerung ist: Heimisches mag Kälte, Exotisches nicht!

Unempfindlich gegen kalte Temperaturen sind etwa: Äpfel, Aprikosen, Beeren, Birnen, Kirschen, Kiwi, Pflaumen, Pfirsiche, Weintrauben, Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Gurke, Kohl, Möhren, Paprika, Sellerie, Spinat, Zucchini.

Tomaten und exotische Früchte besser nicht in den Kühlschrank

Nicht in den Kühlschrank dagegen gehören: Ananas, Bananen, Granatäpfel, Mango, Melone, Papaya, Zitrusfrüchte, Aubergine, Bohnen, Kartoffeln, Kürbis und Tomaten.

Visualisierung der richtigen Lagerung von Obst und Gemüse

Bis hierin ist es noch ganz einfach, jetzt wird es aber kompliziert: denn einige Obstsorten sondern das Phytohormon Ethylen ab und beschleunigen damit den Reifeprozess anderer Früchte. Starke Ethylen-Produzenten sind etwa Äpfel, Aprikosen, Birnen, Pfirsiche und Pflaumen. Um unkontrolliertes Reifen und damit vorzeitiges Verderben der anderen Früchte zu vermeiden, sollten sie getrennt voneinander aufbewahrt werden. Es erfordert manchmal etwas Logistik im Kühlgerät, um all diese Eventualitäten zu bedenken …

Aber ich sage ja: je weniger zu lagern ist, desto besser! Und dass Obst und Gemüse ausgepackt werden muss, bevor sie in den Kühlschrank kommen, versteht sich ja wohl von selbst, oder?

Gemüse- und Obst-Ernte verarbeiteten – vor dem Einfrieren blanchieren

Wer partout sein Gemüse- und Obsternte nicht gelagert bekommt, der muss die Früchte verarbeiten. Bei Gemüse geht das am einfachsten mit Blanchieren. Einen Topf mit Wasser aufkochen, das Gemüse (Kohlrabi, Zucchini, Karotten etc.) ein paar Augenblicke darin garen. Danach mit eiskaltem Wasser abschrecken. Abkühlen lassen und einfrieren. So kannst du dein Gemüse bis in den Winter hinein genießen.

Große Ernte und wenig Lagerplatz – sharing is caring

Salate können leider nicht haltbar gemacht werden. Hast du viele reife Köpfe, solltest du öfter mal Gäste zur Salatschlacht einladen oder dich einem Foodsharing-Programm in deiner Region anschließen. Dort findest du viele dankbare Abnehmer.

Und für eine reiche Obsternte? Na klar, da wird ordentlich Marmelade eingekocht. (Mein Grundrezept für Marmelade findet ihr in meinem Blog zum Thema Erdbeeren.) Aus Äpfeln und Birnen lässt sich toller Kompott kochen (auch ein schönes Mitbringsel!) oder natürlich Saft herstellen. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten Gemüse und Obst haltbar zu machen: einlegen, fermentieren, kandieren, salzen usw. Dazu werde ich noch mal einen eigenen Beitrag schreiben.

Sommer-Obstsalat richtig vorbereiten

Aus frischen Früchten schmeckt ein Obstsalat besonders lecker. Dafür kann eigentlich jedes Sommer-Obst verwendet werden. Geschnittenes Obst muss aber bei warmen Temperaturen gut gekühlt werden, um nicht zu verderben. Deswegen sollte Obstsalat entweder im Kühlschrank aufbewahrt oder bei einem Buffet in eine Schüssel mit Eiswürfeln gestellt werden. Angeschnittene Obstreste gehören im Sommer immer in den Kühlschrank, alleine schon wegen der Fruchtfliegen (da hatte ich neulich schon mal was zu geschrieben …). Für einen Obstsalat können am Tag vorher bereits Äpfel, Birnen und auch Trauben kleingeschnitten und gemischt werden. Mit frisch gepressten Orangensaft und Zitronensaft abschmecken, das verhindert die Oxidation (das Braunwerden) der Äpfel. Alle anderen exotischen Obstsorten wie Bananen, Kiwis, Ananas, Melone erst kurz vor dem Servieren kleinschneiden und untermischen. Ganz zum Schluss kommen noch Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren dazu.

Yvonnes Tipp: Eiswürfel aus Obstsalat

Übrig gebliebene Reste vom Obstsalat besser nicht aufbewahren. Lieber in einem Mixer zu einem Smoothie verarbeiten, je nach Geschmack mit Sekt oder Soda auffüllen und eiskalt genießen! Alternativ: ein kühlendes Highlight für die nächste Sommer-Bowle sind Obstsalat-Eiswürfel. Einfach die Reste des Obstsalat in Eiswürfelbehälter füllen und einfrieren.

Eure Yvonne

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