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Am liebsten knackig und säuerlich!

Klimabilanz von Äpfeln – Ist der neuseeländische Apfel wirklich besser für die Umwelt als heimische Ware? Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks über klimafreundlichen Konsum und die Mär vom deutschen Klimakiller-Apfel.

Yvonne Willicks

Endlich ist es soweit! Endlich werden die neuen Äpfel geerntet. Ich hatte Entzugserscheinungen, denn die Importware aus Südamerika und Neuseeland, die im Sommer bei uns verkauft wird, kann geschmacklich nicht wirklich konkurrieren mit den deutschen Äpfeln (vom ökologischen Fußabdruck mal abgesehen …), vor allem nicht, wenn die Saison gerade begonnen hat.

Die Mär vom neuseeländischen Apfel mit besserer Klimabilanz

Und wo wir gerade bei neuseeländischen Äpfeln sich: Es gibt diese Legende, dass ein Importapfel aus Neuseeland aus ökologischer Sicht besser sei, als ein Apfel vom Bodensee, der im Winter im Kühlhaus gelagert wurde. Das ist totaler Quatsch. Diese Studie habe ich mir nämlich mal genauer angeschaut. Darin ist der Transportweg vom Handel zum Kunden in den ökologischen Abdruck mit einberechnet. Für den neuseeländischen Apfel ist das der fußläufige Supermarkt, beim Einkauf der deutschen Regionalware aber, wird eine kilometerlange Anreise mit dem Auto zum Bauern vorausgesetzt. Ziemlich unfair, finde ich. So kann man sich natürlich alles schön rechnen. (Ich weiß ja nicht, wer die Studie in Auftrag gegeben hatte – eventuell die neuseeländische Apfelverband?)

Studie belegt deutlich kleineren CO2-Abdruck von heimischen Äpfeln

Jedenfalls gibt es eine Studie, die diese Mär nun wissenschaftlich widerlegt. Darin werden unter anderem auch die gleichen Wege vom Lebensmittelhandel zum Konsumenten zugrunde gelegt …

Die Studie findet ihr hier: www.univie.ac.at

Danach verbraucht ein Braeburn aus Neuseeland (Trotz höherer Ernteerträgen vor Ort und dem Saisonbeginn im europäischen Frühjahr.) durch seine 22.000 Kilometer lange Anreise (auf einem schwerölbetriebenen Kühlschiff) bis zu 43 Prozent fossile Energie mehr, als der heimische Apfel der gleichen Sorte. Selbst bei einer sechsmonatigen Lagerung im Kühlhaus ist der deutsche Apfel noch klimafreundlicher. Erst danach wird es kritisch. In der Studie heißt es: „Heimische Äpfel müssten ca. 9 bzw. 18 Monate – d.h. im letzten Fall über die nächste Ernte hinaus – gelagert werden, um den höheren Energieverbrauch für den Schiffstransport aus Südafrika bzw. Neuseeland zu kompensieren.“

Da ich ja direkt im alten Land (dem größten Apfelanbaugebiet der Welt) lebe, habe ich mir diese Kühlhäuser übrigens mal angeschaut. Was früher der Bauernkeller war, sind jetzt riesengroße Lagerhallen mit einer speziellen Atmosphäre (ganz wenig Sauerstoff), um die Äpfel möglichst lange frisch zu halten und Reifung und Verderb hinauszuzögern.

Klimafreundlicher Konsum bedeutet saisonal und regional einzukaufen

Um es kurz zu machen: Wenn bei uns Erntezeit ist (August – November), schlagen deutsche Äpfel (am besten aus der Region) jegliche Importware in puncto Klimabilanz um Längen. Im Frühsommer allerdings kann das schon anders aussehen. Richtig ökologisch wäre es dann bis zur nächsten Erntesaison auf Äpfel zu verzichten. Denn klimafreundlicher Konsum heißt in erster Linie saisonal und regional einkaufen, am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad!

Eines meiner Lieblingsrezepte für Äpfel habe ich von meiner Freundin Franziska. Sie hat es aus England mitgebracht. Es funktioniert eigentlich mit allen Obstsorten, schmeckt aber mit Äpfeln ganz besonders köstlich.

Franziskas Apfel-Crumble

Zutaten

  • 1,5 kg Äpfel
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 80 g Zucker
  • 80 g Butter
  • 130 g Mehl

Zubereitung

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Früchte nach Belieben schneiden und mit Vanillezucker zuckern. Früchte in gefettete Auflaufform geben. Aus Butter, Zucker und Mehl Streusel kneten und über die Früchte verteilen. 20 bis 25 Minuten goldgelb backen.

Rezept als PDF

Eure Yvonne