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Wie gut sind bügelfreie Hemden?

Bügelfreie Hemden – halten sie, was sie versprechen? Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks über Bügeln und Schwitzen, und ob das Eine ohne das Andere geht!

Yvonne Willicks

Der Herr des Hauses zieht jeden Tag ein frisches Hemd an. Beim wöchentlichen Bügeln gerät er ins Schwitzen; schließlich sind sieben Hemden am Stück kein Pappenstiel. Im Kaufhaus trifft neue Ware ein: „bügelfreie“ Hemden. „Praktisch!“, denkt sich der Mann und kauft gleich zwei, drei – fällt dann doch das langwierige Glätten weg, so seine Überlegung. Doch schon nach einmal Tragen ist ihm klar: Mann schwitzt viel mehr! Kein lästiges Bügeln, dafür mehr Schweiß. „Woran liegt das?“, fragt er sich.

Mehr bügeln oder mehr schwitzen – das sind die Alternativen

Ganz einfach, liebe Männer! Um Hemden bügelfrei zu bekommen, wird Chemie eingesetzt – und nicht zu knapp. Das Hemd badet zunächst in einer Chemikalien-Lösung. Danach wird der behandelte Stoff in einem speziellen Verfahren getrocknet, damit die Chemie, die für die Glätte des Hemdes sorgt, auf dem Stoff verbleibt. Durch diese Behandlung kommt das Kleidungstück auch nach mehrmaligem Waschen noch glatt und faltenfrei aus der Trommel auf den Bügel. Das Problem an der Chemie-Schicht auf dem Soff ist, dass Flüssigkeiten, also auch Schweiß, nicht mehr so gut abtransportiert werden können. Der Schweiß bleibt auf der Haut, das führt zu vermehrter Geruchsbildung. Das heißt, möchte Mann weniger bügeln, muss Mann mehr schwitzen – oder eben vice versa!

Bügelfrei-Verfahren muss nicht gekennzeichnet werden

Die Bügelfrei-Veredelung muss übrigens nicht auf dem Etikett angeben werden. Ein chemisch behandeltes Hemd kann trotzdem mit „100% Baumwolle“ deklariert werden. Am besten fragt ihr im Geschäft nach, ob das Hemd chemisch behandelt wurde.

Mein Tipp: Hemden nur bei geringen Umdrehungen schleudern, und dann tropfnass aufhängen. So hängen sich viele Knitterfältchen von selbst aus!

In diesem Sinne – fröhliche Weihnachten wünscht euch Yvonne