Einkaufen

Zucker raus aus Babyprodukten – endlich!

Zucker raus aus Babyprodukten – endlich! TV-Moderatorin und Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks fragt sich, wieso das Zuckerverbot für Babyprodukte so lang auf sich hat warten lassen.

Yvonne Willicks

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will Zucker in Babytees und Babykeksen verbieten. Das hat sie zumindest im Januar in einem Interview mit der Bild gesagt.

Hier seht ihr das ganze Interview:

https://www.bild.de/politik/die-richtigen-fragen/die-richtigen-fragen/der-erste-polit-talk-der-woche-50096346.bild.html

Schon im Herbst 2018 hatte die Ministerin ein Gesetz dazu angekündigt und gesagt: „Wir dürfen Babys nicht auf Zucker und Süße konditionieren“. Eine Pressemitteilung oder eine Gesetzesvorlage zum Zuckerverbot habe ich bislang allerdings auf der Seite ihres Ministeriums noch nicht gefunden. Dabei ist ein solches Verbot total überfällig. Schon 2014 habe ich mich bei der Recherche zum Thema Zucker darüber aufgeregt, dass Babyprodukte (für die innerhalb der EU ganz besonders strenge Gesetze gelten, was zum Beispiel Zusatzstoffe angeht …) überhaupt gezuckert werden dürfen.

Gezuckerte Baby-Produkte – Gefahr oder Genuss?

Kleinkinder brauchen keinen Zucker – im Gegenteil! Mit gezuckerten Tees zieht man die Kranken von morgen heran. Denn mit den süßen Säuglings-Produkten wird schon im Babyalter der Grundstein für den sogenannten „süßen Zahn“ gelegt. Wenn die Geschmacksrichtung süß erstmal zur normalen Ernährung gehört, ist es schwer im Erwachsenenalter darauf zu verzichten.

 

Jeder Deutsche isst 35 Kilogramm Zucker im Jahr

Wir Deutschen konsumieren viel zu viel Zucker – etwa 35 Kilogramm im Jahr. (Stellt euch das mal auf einem Haufen vor!) Alleine mit Softdrinks und gesüßten Tees trinken wir 6 Kilogramm jährlich. Wahnsinn! Im Schnitt kommt jeder Deutsche – vom Baby bis zum Greis – auf 100 Gramm am Tag. Das sind etwa 32 Zuckerwürfel. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt nur ein Viertel davon, nämlich 25 Gramm – und nur für Erwachsene wohlgemerkt!

Übermäßiger Zuckerkonsum – Risikofaktor gezuckerte Getränke

Übermäßiger Zuckerkonsum kann fatale Folgen habe: Übergewicht, Diabetes, schlechte Zähne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rücken- und Gelenkproblemen usw, usw. Immer mehr Deutsche leiden darunter. Ein paar Zahlen gefällig?  61,6 Prozent der deutschen Männer sind übergewichtig oder adipös, bei den Frauen sind es 46,7 Prozent.

Hier der Link zur Studie des Robert-Koch-Instituts zu Übergewicht in Deutschland:

https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2017_02_Uebergewicht_Adipositas_Erwachsene.pdf?__blob=publicationFile

Laut einer anderen Untersuchung des Robert-Koch-Instituts kann der Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke mitverantwortlich gemacht werden für die Entwicklung von Adipositas im Kindesalter.

Hier der Link zu der Kinder-Studie:

https://edoc.rki.de/handle/176904/884

Ärzte fordern Zuckersteuer

Im Sommer 2018 haben mehr als 2000 Ärzte die Bundeskanzlerin in einem offenen Brief aufgefordert, endlich gegen den atemberaubend hohen Zuckerkonsum in Deutschland aktiv zu werden. Die Folgekosten für das Gesundheitssystem schätzen sie auf 63 Milliarden Euro im Jahr. In der Süddeutschen Zeitung ist sogar von 130 Milliarden Euro jährlich die Rede. Die Ärzteverbände plädieren für eine Zuckersteuer, die besonders Limonaden und andere süße Getränke treffen würde. Die Ernährungsministerin lehnt eine solche Steuer kategorisch ab.

Hier ein Tweet des BMEL zur Zuckersteuer:

https://twitter.com/bmel/status/1087257768870989824

Der Zucker – so die Argumentation der Ministerin – würde dann lediglich durch künstliche Süßstoffe ersetzt, und das sei auch nicht gesünder.

Klöckner lehnt Zuckersteuer ab

Nun ja, andere Länder haben die Zuckersteuer eingeführt, z.B. Frankreich, Belgien, Großbritannien, Mexiko und Südafrika mit dem Ergebnis, dass entweder der Absatz an zuckerhaltigen Getränken zurückgegangen ist oder die Hersteller ihre Rezepte geändert haben. So schlecht ist beides nicht, finde ich.

Übrigens: 2017 hat ein Babykeks von Alete den Häme-Preis „Goldener Windbeutel“ der Verbraucherorganisation Foodwatch für die dreisteste Werbelüge gewonnen. Begründung: Der Hersteller hat den Keks für Säuglinge ab dem achten Monat „zum Knabbernlernen“ angepriesen – mit einem Zuckeranteil von 25 Prozent!

Eure Yvonne