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Der Kampf gegen das Coronavirus fordert uns alle

Das Coronavirus breitet sich aus, das öffentliche Leben in Deutschland kommt zum Erliegen. TV-Moderatorin und Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks über #flattenthecurve, Helfer und Hamsterkäufe.

Yvonne Willicks

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. Die Nachrichten überschlagen sich. Jeden Tag gibt es viele neue Meldungen, neue Zahlen. Heute ist alles ganz anders als es gestern war. Sicherheiten geraten ins Wanken: Gesundheit, Schule, Arbeit, öffentliches Leben – und Klopapier ist alle! Deutschland ist heruntergefahren, viele Betriebe, Schulen und Universitäten geschlossen, unser Privatleben läuft nur noch auf Sparflamme und in einigen Landesteilen gibt es sogar Ausgangssperren. Vor ein paar Wochen – ach was, vor ein paar Tagen – war das alles noch undenkbar. Menschen haben Angst um Gesundheit, Existenz und Familie. Manche stehen jetzt schon vor dem Ruin. Andere trauern und werden noch um geliebte Menschen weinen … In diesen Wahnsinn hinein wurde meine zweite Enkeltochter geboren. Ja, es gibt schönere Zeiten, um die Welt kennenzulernen. Aber ihre Geburt gibt Hoffnung – mitten in der Krise!

#Flattenthecurve – damit unsere Krankenhäuser nicht kollabieren 

Diese Krise fordert uns alle: Viele arbeiten momentan von zu Hause aus. Wir können uns nicht mehr frei bewegen, nicht raus und Familie und Freunde treffen, nicht ins Kino, nicht ins Theater, Schwimmbad oder Sportstudio. Eltern müssen ihre Kinder nicht nur zu Hause betreuen, sondern auch noch als Aushilfslehrer ran, damit die Kleinen den Schulstoff zu Hause schaffen. Mittagessen brauchen die Kids auch noch (gibt es ja sonst oft in der Schule) – und das alles während man selber im Homeoffice mit der Datenrate kämpft.

Krankenhäuser arbeiten an der Belastungsgrenze

Ja, leicht und unbeschwert ist anders. Aber wir sollten alle dankbar sein, wenn wir und unsere Liebsten nicht mit diesem fiesen Virus in Berührung kommen. Denn auch, wenn die Todesrate hierzulande noch nicht sehr hoch ist, einige Krankenhäuser arbeiten bereits jetzt auf Anschlag, Ärzte und Pfleger bis zur Erschöpfung. Noch ist in Deutschland eine gute Versorgung gewährleistet. Aber wie lange hält unser Gesundheitssystem das noch durch?

Schreckliche Zustände in Italien

Die Bilder, die uns aus Italien erreichen, brechen mir das Herz. Ja, es sind viele alte Leute, die an Covid-19 sterben und viele haben Vorerkrankungen. Aber viele müssten nicht sterben, wenn sie vernünftig versorgt werden könnten. Wenn ausreichend Personal, Betten und Schutzausrüstung zur Verfügung stehen würde. Und sie müssten vor allem nicht alleine und einsam sterben, auf Krankenhausfluren oder in Zelten, ohne dass sie sich von Angehörigen oder Freunden verabschieden können. Tausende einsame Tode, weil das Virus nicht aufgehalten werden kann … Die Bilder der Militärfahrzeuge, die in Bergamo hunderte Särge zu den Krematorien fahren, wo die Leichen verbrannt und unter Ausschluss der Öffentlichkeit beerdigt werden, werden mich lange nicht loslassen.

Coronavirus stoppen – Ausbreitung verlangsamen hat oberste Priorität

Damit es nicht so weit kommt, müssen wir gemeinsam die Ausbreitung des Virus verlangsamen. #flattenthecurve – das ist das zurzeit das Wichtigste! Auch wenn der Preis dafür sozialer Abstand ist. Bleibt zu Hause – und macht das Beste draus! Lest, lernt ein Instrument, strickt, spielt mit eurem Partner oder euren Kindern. Jetzt ist die Zeit zusammenzurücken und gemeinsam stark zu sein. Schwere Herausforderungen holen ja oft das Beste aus Menschen heraus. Ich bin total beeindruckt von den vielen Freiwilligen, die jetzt aktiv werden. Von den Medizinstudenten, die in den Krankenhäusern helfen wollen. Von den jungen Leuten, die für ihre betagten Nachbarn einkaufen gehen. Von den Menschen, die in Nachbarschaftsportalen ihre Hilfe bei der Kinderbetreuung anbieten. Von den Sportlern, die ihre Abos beim Fitness- oder Yogastudio nicht pausieren lassen, damit die Betreiber die wochenlange Schließung überstehen. Viele zeigen sich jetzt von ihrer besten Seite!

Nur Hirnis Hamstern – Deutsche und ihr Klopapier

Womit ich zum nächsten Punkt komme: Der schlimmsten Seite der Deutschen. Ich sage nur: Klopapier! Leute, ist das echt eurer Ernst? Ich kann es immer noch nicht fassen, wenn ich durch den Supermarkt gehe. Ist Klopapier wirklich das Wichtigste in dieser Krise? Die Holländer stehen Schlange an den Coffeeshops, die Franzosen kaufen Rotwein und Kondome, die Deutschen Klopapier …

Der Nachschub ist gesichert

Was sagt das über uns aus? Überhaupt dieses Hamstern – es ist unerträglich. Ich bin ja schon immer eine Verfechterin einer sinnvollen Vorratshaltung gewesen, aber Prepper-Verhalten ist jetzt echt nicht angesagt! Es wurde ja schon mehrfach von allen öffentlichen Stellen betont, aber offenbar kommt es nicht an: Hamstern ist unsolidarisch und total unnötig! Nachschub ist genügend vorhanden. Die Lieferketten sind in intakt. Keiner muss sich Sorgen machen, dass es nicht mehr genug zu essen gibt. Und die, die arbeiten müssen (zum Bespiel in Krankenhäusern oder Pflegeheimen), stehen nach ihrer Schicht vor leeren Regalen. Das ist einfach unfair! Angst, Sorge und Verunsicherung wird nicht exponentiell kleiner pro gehamsterte Klorolle … (Das gilt auch für Mehl und Trockenhefe!) Kauft ein, was Ihr braucht, kümmert Euch umeinander und haltet Euch an die Hygienevorschriften, damit wir alle zusammen diese Krise gut überstehen.

Die Krise überstehen

Aktuelle Informationen zum Coronavirus und den Entwicklungen in Nordrheinwestfalen findet ihr auf der Seite der WDR Servicezeit.

Hier:

https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/index.html

Bleibt alle tapfer in den kommenden Tagen und Wochen!

Eure Yvonne

 

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