Haushalt

Küchenhygiene, aber richtig!

Küchenhygiene, aber richtig! Sauber reicht oft nicht. Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks weiß, worauf es ankommt, und was wirklich wichtig ist.

Yvonne Willicks

„Nicht nur sauber, sondern rein“ – worauf es bei der Küchenhygiene ankommt

Liebe Leute, es ist schön, wenn der Küchenboden krümelfrei ist und, wenn die Oberflächen alle frisch abgewischt glänzen. Das fühlt sich gleich viel sauberer an, richtig? Das finde ich auch! Allerdings, und jetzt wiederhole ich mich zum ich weiß nicht wie vielten Male, darauf kommt es nicht an.

Viren-Alarm – verseuchte Küchenlappen

Denn wenn der Küchenlappen, mit dem ihr den Tisch abwischt, schon drei Wochen alt ist und der Wischmopp schon drei Jahre, dann ist es mit der Hygiene nicht weit her. Ihr könnte euch gar nicht vorstellen, wie viele Schwämme, Lappen, Bürsten und Wischutensilien ich mit meiner Redaktion schon eingesammelt habe, und was wir darin alles gefunden haben …. Ich erspare euch Details. Nur soviel: Keime vermehren sich am besten in einem feuchten Milieu bei Temperaturen zwischen 20 – 40 Grad. Ratet mal, wo sie das finden!

Deswegen sollten Küchenschwämme und Lappen nach Gebrauch immer gut ausgedrückt werden und möglichst rasch trocknen. Und bitte, bitte, bitte tauscht sie jede Woche aus und wascht eure Putzlappen, Mops usw. regelmäßig in der Maschine. 40 Grad Wäsche reicht. Aber bitte mit einem pulverförmigen Vollwaschmittel, nicht mit einem Flüssigen. Pulverförmiges Waschmittel enthält Bleiche und tötet Keime schon bei 40 Grad ab. Bei Flüssigwaschmittel wascht ihr erst ab 50 Grad keimfrei. Bürsten können problemlos in die Spülmaschine. Lappen und Schwämme werden 2 – 3 Mal auch in der Mikrowelle wieder keimfrei (2 Minuten bei 900 Watt). Danach müssen sich auch ausgetauscht werden. Ich persönlich empfehle Schwämme gar nicht mehr.

Mein Tipp: Gut waschbare Mikrofasertücher einsetzen in einer Farbe, die sich leicht in die täglich anfallende Wäsche einsortieren lässt. Dann könnt ihr damit Oberflächen auch wirklich sauber wischen und verteilt nicht nur Keime im ganzen Raum.

Hygiene im Kühlschrank –  1x im Monat muss alles raus

Ja, ich weiß. Es ist viel mit dem ganzen Haushalt, aber auch der Kühlschrank sollte regelmäßig komplett gesäubert werden. Mindestens 1x im Monat! Dazu alle Lebensmittel ausräumen und die herausnehmbaren Teile mit heißem Wasser und Spüli abwaschen. Bitte nicht in die Spülmaschine geben, weil sich die Teile bei heißen Temperaturen verformen können. Den Innenraum des leeren Kühlschranks mit Essigwasser auswischen und mit einem sauberen Geschirrtuch abtrocknen. Die Tautropfrinne bekommt ihr mit Ohrenstäbchen wieder sauber. Sollte es mal riechen aus dem Kühlschrank, stellt ein Schälchen mit Backpulver oder Kaffeepulver hinein.

Schneidebretter reinigen, aber richtig!

Schneidebretter sollten nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser und etwas Spülmittel gesäubert werden. Bitte Bretter stehend trocknen lassen, sonst fangen sie oft an zu müffeln. Ich empfehle Küchenbretter farblich zu kennzeichnen: Rot für Fleisch, grün für rohes Gemüse und Salat, weiß für Gekochtes, blau für Fisch. (Farbige Bretter müssen nicht sein, eine Markierung mit buntem Klebeband reicht aus.)

Hygienetechnisch ist es übrigens egal, ob ihr Holz- oder Kunststoffbretter benutzt. Das regelmäßige Reinigen ist entscheidender als das Material. Kunststoff kann in die Spülmaschine, das ist natürlich praktisch und zeitsparend. Sowohl Kunststoff- als auch Holzbretter sollten aber ab und zu mit Salz bestreut und dann mit einer halben Zitrone ordentlich abgerieben werden.

Einsatz von Reinigungsmitteln – Hygienereiniger ist unnötig

Im Privathaushalt sind spezielle Reinigungsmittel nicht nötig. Die üblichen Haushaltskeime haben gegen heißes Wasser und normales Spüli (oder Neutralreiniger) keine Chance. Spezielle Hygienereiniger oder Desinfektionsmittel sind überflüssig und außerdem umweltschädigend. Anders sieht es bei schweren Krankheiten aus, da können diese Mittel auch zu Hause nützlich sein.

Umgang mit kritischen Lebensmitteln

Besondere Hygiene gilt für kritische Lebensmittel. Dazu gehören alle leicht Verderblichen Waren, wie Fleisch, Geflügel, Wurst, Fisch, aber auch Beeren und Sprossen.

  • Für Hackfleisch gilt ein Verbrauchsdatum (nicht zu verwechseln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum) bis zu dem das Lebensmittel verzehrt werden darf. Das Datum sollte (im Gegensatz zum MHD) unbedingt eingehalten werden. Wenn Hackfleisch überhaupt eingefroren werden soll, dann bitte so flach wie möglich.
  • Fleisch und Wurst immer aus der Verpackung nehmen und umfüllen.
  • Beim Auftauen von Fleisch oder Geflügel, die Auftauflüssigkeit auffangen und Verunreinigungen mit Küchenkrepp entfernen.
  • Fisch nicht lange lagern und aus der Verpackung nehmen. Für die Zubereitung ein extra Brett verwenden.
  • Beeren rasch in den Kühlschrank und zeitnah verwenden.
  • Bei Sprossen sollte die Kühlkette bis zum Verzehr gehalten werden.

Und daß das alles mit sauber gewaschenen Händen gemacht wird, ist ja wohl klar, oder? So seid ihr küchenhygienisch jedenfalls schon mal ganz weit vorne.

Eure Yvonne