Familie

Puh, peinlich! Es müffelt unterm Arm. Schweißgeruch – was hilft?

Sommer, Schwitzen, Schweißgeruch! Yvonne Willicks weiß Rat, wie der peinliche Duft aus der Wäsche verschwindet und wie hässliche Deoflecken entfernt werden.

Yvonne Willicks

Puh, peinlich! Es müffelt unterm Arm. Schweißgeruch – was hilft?

Als Hauswirtschaftsmeisterin muss man sich auch mit den unangenehmen Dingen des Haushalts beschäftigen. Zum Beispiel, wie Toiletten hygienisch gereinigt werden (mit WC-Reiniger, Einwirkzeit und Handschuhen) oder wie man Blutflecken entfernt (schnell mit viel kaltem, klaren Wasser ausspülen. Verbleibende Flecken mit irgendeiner Seife, zur Not auch Handwaschseife, einschäumen bis alles rausgewaschen ist. Danach in die Waschmaschine.) oder eben auch mit Schweißgeruch. Ein sehr peinliches Thema! Reden will darüber keiner (oder habt ihr euren Kollegen oder den Sitznachbarn im Bus schon mal darauf angesprochen?). Aber mit dem Problem kämpfen fast alle Menschen. Denkt nur an eine Busfahrt im Hochsommer … Puh!

Tipps gegen Schweißgeruch

Dass wir uns alle regelmäßig waschen (mit einer hautneutralen Seife zum Schutz des natürlichen Säureschutzmantels), setze ich hier voraus. Rasierte Achselhöhlen riechen (wegen weniger Bakterien) nicht so schnell wie haarige Achseln. Deos helfen gegen Schweißgeruch und/oder hemmen die Schweißbildung (Sie heißen dann Antitranspirant.). Viele Deos und Antitranspirante enthalten aber Aluminiumsalze, die im Verdacht stehen Brustkrebs zu fördern. Deswegen solltet ihr besser darauf verzichten und Deos ohne Aluminium benutzen. Das Problem – gerade im Hochsommer – ist aber, dass Aluminiumsalz die wirksamste Substanz gegen Schweißgeruch ist und einige Deos ohne Aluminium bei hohen Temperaturen versagen. Am besten testet ihr euch durch das Deoregal, welcher Roller bei euch gut funktioniert. Denn Körper- und Schweißgeruch sind total individuell. Experten raten davon ab, nach der Rasur Deos oder Antitranspirante mit Aluminiumsalzen zu verwenden, da durch Miniverletzungen der Stoff leichter in den Körper gelangen könnte.

Stiftung Warentest hat nachgewiesen, dass auch aluminiumfreie Produkte zuverlässig gegen Körpergeruch schützen können:

https://www.test.de/Deos-und-Antitranspirantien-Gut-geschuetzt-auch-ohne-Aluminiumsalze-4708727-0/

Warum riecht Schweiß?

Frischer Schweiß riecht erst mal nicht auf der Haut. Erst wenn er mit Bakterien reagiert, fängt er an zu müffeln. Die Bakterien sitzen auf der Hautoberfläche oder in der Kleidung und zersetzen den geruchlosen Schweiß in unangenehm riechende Stoffe. Schweiß muss also eine gewisse Zeit auf der Haut verbleiben, bis er zu riechen beginnt. Generell kann man sagen, dass Kunstfasern schneller nach Schweiß riechen als natürliche Stoffe. Das liegt daran, dass die Plastikfasern keine Feuchtigkeit aufnehmen können, so wie Baumwolle oder Viskose. Der Schweiß bleibt also auf der Faser-Oberfläche und die Bakterien können schneller zuschlagen.

Lektion 1 gegen Schweißgeruch: Besser Baumwolle als Polyamid tragen! Das hilft gegen üblen Geruch, aber auch gegen übermäßiges Schwitzen.

Schweißgeruch nach der Wäsche?

Ist das verschwitze Lieblings-T-Shirt frisch gewaschen und riecht trotzdem noch unangenehm oder besonders schnell wieder nach Schweiß? Dann haben es sich die Bakterien im Stoff so richtig gemütlich gemacht. Um die Schweißbakterien abzutöten, müsst ihr das Kleidungsstück bei einer höheren Temperatur waschen. 60-Grad-Wäsche reicht aus. Aber bitte nicht im Ökoprogramm, da erreicht das Wasser nicht die 60-Grad-Waschtemperatur, die dazu nötig ist. Auf Hygienespüler könnt ihr getrost verzichten. Die sind überflüssig und schlecht für die Umwelt.

Falls eine 60-Grad-Wäsche bei eurem Lieblingsteil nicht möglich ist, versucht wenigstens das normale Waschprogramm (kein Kurzwaschprogramm) und ein pulverförmiges Vollwaschmittel. Waschpulver enthält (im Gegensatz zu Flüssigwaschmittel) Bleiche, die auch bei niedrigen Temperaturen gegen Keime in Textilien wirkt.

Lektion 2 gegen Schweißgeruch: Die Bakterien müssen weg!

Schwitzflecken auf unempfindlichen Stoffen könnt ihr mit Gallseife und einer kleinen Bürste vorbehandeln. So lassen sich auch unschöne Deospuren entfernen. Auf weißen T-Shirts verschwinden fiese, unansehnliche Schweißränder auch mit Backpulver. Das Pulver direkt auf die angefeuchteten Ränder geben und ordentlich verreiben. Einwirken lassen und wie gewohnt waschen.

Essig-Bad gegen Schweißgeruch und Schweißflecken

Hilft das alles nicht, dann probiert es mal mit einem Essig-Bad. Dazu Kleidungsstück in vier Teilen Wasser und einem Teil Essig-Essenz mindestens zwei Stunden einweichen lassen. Im Anschluss normal mit Waschmittel waschen. Schweißgeruch und Schweißflecken sollten danach verschwunden sein. Das Bad funktioniert auch mit Zitronensäure, damit entfernt ihr sogar hässliche Deo-Flecken. Aber Achtung bei farbigen Teilen! Für Seidenstoffe empfiehlt sich Spiritus. Dazu die Bluse oder das Hemd komplett anfeuchten und die betroffenen Stellen mit (verdünntem) Spiritus behandeln. Dann wie gewohnt waschen.

Hygiene in der Waschmaschine

Bakterien in der Kleidung können auch aus der Waschmaschine stammen. Wäscht die Maschine immer nur auf niedrigen Temperaturen (30 und 40 Grad), kommt sie auf Dauer kaum gegen die Mikroorganismen an, sondern verteilt sie eher nur in der gesamten Wäsche. Das merkt man aber eigentlich auch schnell am Geruch, wenn man die Wäsche aufhängt … Deswegen mindestens einmal im Monat bei mindestens 60 Grad waschen. Und natürlich die Waschmaschine ausreichend reinigen und pflegen. Dass nach der Wäsche die Gummilippe nachgewischt wird und Einspülfach und Bullauge offen bleiben, damit die Maschine trocknet, weiß mittlerweile ja wohl jeder, oder? 2 x im Jahr Maschinenreiniger. Dann ist alles fein!

Eure Yvonne

6+