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Nach Karneval beginnt die Fastenzeit – ich mache beides mit!

Nach Karneval beginnt die Fastenzeit – TV-Moderatorin Yvonne Willicks ist von beidem gleichermaßen begeistert. Welche Fasten-Arten gibt es? Und was sind die besten Fasten-Methoden?

Yvonne Willicks

Es ist wieder so weit: Aschermittwoch steht vor der Tür und die vorösterliche Fastenzeit beginnt. Ich faste schon seit vielen Jahren. Ich verzichte nicht komplett auf Nahrung, sondern mal auf Alkohol, mal auf Süßigkeiten oder Fleisch oder alles zusammen. Dieses Jahr hab ich mir aber noch mehr vorgenommen. Ich habe mich für Konsumverzicht entschieden und will bis zum Ende des Jahres keine Klamotten mehr kaufen.

Als gläubige Katholikin ist die Fastenzeit für mich auch eine Zeit der Buße und Besinnung in Vorbereitung auf Ostern. 40 Tage lang (oder länger) bewusster Verzicht, das ist manchmal nicht einfach!

Was ist religiöses Fasten?

Von Aschermittwoch bis Karsamstag verzichten viele Christen auf Dinge, die ihnen lieb sind, wie Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten, Autofahren oder Fleisch als Zeichen der Buße und Besinnung – und in Vorbereitung auf das Osterfest.

Für mich hat das Fasten etwas Reinigendes für Körper und Seele. Und mir gefällt es, mein Jahr dem kirchlichen Kalender anzupassen. Und irgendwie bin ich ja auch Trendsetter, denn Fasten ist im Moment ja absolut angesagt. Allen voran Intervall-Fasten, aber auch Heilfasten, Basenfasten, Suppenfasten, Mayr-Fasten, Schrothkur usw. Auch viele Nichtgläubige nehmen die Osterzeit als Anlass zur Auszeit – auf der Suche nach Ruhe und innerer Gelassenheit.

Was ist Fasten?

Fasten ist der bewusste Verzicht auf feste Nahrung allgemein, bestimmte Nahrungsmittel oder auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin über einen begrenzten Zeitraum hinweg.

Doch Fasten ist nicht gleich Fasten, und nicht jede Fasten-Methode ist für alle gleichermaßen geeignet. Vor allem, wenn es nicht nur um einzelne Nahrungsmittel oder Angewohnheiten geht, auf die verzichtet werden soll.

Welche Fasten-Methoden gibt es?

Nullfasten

Das ist nix für mich! Null heißt null. Also keine festen Nahrungsmittel, nur zwei 2 bis drei Liter Wasser oder Tee pro Tag. Tägliche Darmreinigung.

Heilfasten

Entwickelt wurde das Heilfasten von Dr. Otto Buchinger zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zur Vorbereitung gehört eine Darmreinigung. Zusätzlich zu Tee und Wasser darf auch Gemüsebrühe und Fruchtsaft getrunken werden. Am Ende der Fastenzeit wird die Nahrungsaufnahme über drei Tage hinweg aufgebaut. Maximale Dauer 3 – 4 Wochen.

Früchte-Fasten

Fünf Portionen frisches Obst oder gedünstetes Gemüse sind erlaubt, ansonsten Tee, Wasser, Brühe. Früchte-Fasten ist eine gute Methode für Einsteiger. Alternativ gehen auch ein oder zwei Obsttage in der Woche. (Siehe Intervall-Fasten.)

Mayr-Kur

Entwickelt wurde die Kur von Franz-Xaver Mayr (1875-1965) zur Darmsanierung. Hier darf gefrühstückt werden: Ein Dinkel-Brötchen und Milch. Ansonsten nur Wasser und Tee, manchmal auch etwas Trennkost. Zur Kur gehört eine tägliche Darmreinigung mit aufgelöstem Bittersalz. Empfohlene Dauer etwa zwei Wochen.

Intervall-Fasten

Beim Intervall-Fasten gibt es verschiedenen Methoden.

  1. Fasten an jedem zweiten Tag
  2. 5:2-Fasten (5 Tage essen, 2 Tage fasten)
  3. 16:8-Methode (16 Stunden fasten, in einem Zeitfenster von acht Stunden nicht fasten)

In den Fasten-Phasen wird der Körper angeregt, Reserven zu mobilisieren. Erstaunlicherweise werden die fehlenden Kalorien aus der Fastenzeit in der Essenszeit nicht wieder aufgeholt, sagen Wissenschaftler. Bei Tierversuche soll Intervall-Fasten das Auftreten von Diabetes verhindern und das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen reduzieren. Langfristige Folgen sind aber noch nicht untersucht.

Was passiert beim Fasten im Körper?

Zu den meisten Fastenkuren gehören Darmreinigungen, entweder am Anfang oder täglich. Dabei werden alle Verdauungsreste ausgeschieden. In den ersten drei Fastentagen muss sich der Körper umstellen. Die meisten Fastenden spüren oft Hunger, viele haben auch Kopfschmerzen, niedrigen Blutdruck, Hautreaktionen, Schlafstörungen oder schlechte Stimmung. (Wer wäre da nicht schlecht gelaunt …) Nach den ersten (schwierigen Tagen) holt sich der Körper seine Energie vermehrt aus den eigenen Fettreserven.

Ist Fasten ohne gesundheitliches Risiko?

Jede (längere) Fastenkur sollte ärztlich begleitet werden. Nicht alle Fastenarten sind für alle geeignet. Nur gesunde Erwachsene sollte überhaupt über eine Fastenkur (ohne Nahrung) nachdenken. Anders sieht es natürlich aus, beim Verzicht auf einzelne Nahrungsmittel wie Zucker, Schokolade, Fleisch oder auf liebgewonnen Angewohnheiten wie Autofahren. Diese Art des Fastens ist ohne Risiko!

Eure Yvonne