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Zu gut für die Tonne – jedes Jahr landen 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll

Jedes Jahr landen elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel in Deutschland im Müll. Wie sorgen wir dafür, dass weniger Lebensmittel im Müll landen? Lebensmittel retten – Hauswirtschaftsmeisterin und TV-Moderatorin Yvonne Willicks zeigt, wie es geht.

Yvonne Willicks

Wer sich beim Wocheneinkauf treiben lässt, schiebt oft einen randvollen Einkaufswagen zur Kasse. Wenn die Lebensmittel zu Hause alle aufgebraucht werden, ist das prima. Wenn sie aber am Ende auf dem Müll landen, finde ich das sehr bitter. Jedes Jahr landen elf Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland in der Tonne. Im Privathaushalt wirft jeder pro Kopf etwa 55 Kilogramm Essen weg. (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) Das ist skandalös viel. Auch das Missverständnis, dass Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr genießbar seien, trägt dazu bei. Denkt daran: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist lediglich ein Qualitätsversprechen der Hersteller. Sie garantieren damit, bis zu welchem Tag das Produkte Geschmack, Geruch, Farbe und Nährwert mindestens behält. Ich kann es nicht oft betonen: Das MHD ist kein Wegwerfdatum! Auch nach Ablauf ist das Produkt in der Regel noch lecker, sicher und gesund.

Was kann jeder Verbraucher gegen Lebensmittelverschwendung tun?

  • Gezielt einkaufen: einen Speiseplan für die nächsten Tage machen, Einkaufszettel schreiben
  • Lebensmittel richtig lagern
  • Reste einfrieren oder am nächsten Tag weiter verwenden
  • Lebensmittel mit abgelaufenem MHD nicht direkt in die Tonne werfen! Geruchs- und Geschmackstest machen!
  • Verbrauchsdatum (für Hackfleisch und Fisch) einhalten!
  • Obst und Gemüse im Supermarkt nicht drücken oder „abtasten“ (Avocado, Erdbeeren, etc.), es wird dann von niemandem mehr gekauft!

(Quelle: Haushaltscheck, WDR)

Noch gut oder reif für die Tonne?

Ob ein Produkt noch genießbar ist oder nicht – das kannst du schnell selber erkennen. Einfach anschauen, riechen und kosten. Sieht es komisch aus. Weg damit! Duftet es ungewöhnlich säuerlich, muffig oder irgendwie untypisch, auch lieber weg damit. Riecht es normal und sieht gut aus, einfach mal probieren. Wenn es nicht mehr gut ist, merkst du das schnell.

Achtung Schimmel – verschimmelte Lebensmittel lieber entsorgen!

Vorsicht ist bei Schimmel geboten! Schimmel ist giftig, deswegen dürfen Lebensmittel mit Schimmelbefall nicht mehr gegessen werden. Auch nicht, wenn der Schimmel großzügig abgeschnitten wird! Es gibt nur zwei Ausnahmen: 1. Hartkäse, wie z.B. Parmesan und 2. luftgetrocknete Wurstwaren, wie Salami oder Schinken, aber NUR, wenn der Schimmel lediglich an der Oberfläche auftritt und es sich um ganze Stücke Wurst oder Fleisch handelt. Der Rest muss leider in die Tonne!

WDR-Haushaltscheck-Sendung „Nie mehr Essen für die Tonne – Lebensmittel retten leicht gemacht!“

Bei den Dreharbeiten zu unserem Haushaltscheck „Nie mehr Essen für die Tonne – Lebensmittel retten leicht gemacht!“ (Ausstrahlung am 10.07.2019 im WDR) habe ich viele passionierte Essensretter getroffen. Wer die Sendung verpasst hat, kann sie hier noch mal nachschauen:

https://www1.wdr.de/fernsehen/haushalts-check/sendungen/hhc-lebensmittel-retten-leicht-gemacht-100.html

Etwas Organisation im Vorfeld hilft gegen Fehlkäufe und die damit einhergehende Lebensmittelverschwendung und schont außerdem den Geldbeutel. Erstelle einen Wochenplan fürs Essen, dann können auch Reste (übriggebliebene Kartoffeln, Eier etc.) im Laufe der Woche verbraucht werden. Und kaufe mit Einkaufszettel ein – und halte dich daran.

Resteküche-Rezept Brotsalat

Zutaten

  • Brotreste, variierbare Menge (z.B.: Weißbrot, Graubrot, Mischbrot – möglichst ohne Körner)
  • 1 Kopfsalat (Alternativ: anderer Salat, der übrig ist)
  • 2 Paprika
  • 3 Tomaten
  • 1 Rote Bete
  • 1 Bund Radieschen
  • Olivenöl zum Anbraten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 5 Zweige Thymian

Zubereitung

Das Brot in Stücke schneiden. Die Knoblauchzehen kurz andrücken und mit den Thymianzweigen in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten, die Brotstücke hinzugeben und für 5 Minuten anbraten bis sie einen knusprigen Braunton haben.

Währenddessen den Kopfsalat, die Tomaten, Paprika, Radieschen waschen, schneiden und in eine Schüssel geben.

Zum Abschluss die Brotstücke dazugeben und mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und Essig abschmecken.

(Quelle: Haushaltscheck, WDR)
Eure Yvonne