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Gibt es gute Alternativen zu unpraktische Mehl- und Zuckertüten?

Wie wird fettarme Milch entrahmt? Gibt es gute Alternativen zu unpraktische Mehl- und Zuckertüten? Reinigung von Frischwasseranlagen – welche Hausmittel sind geeignet? Auf (fast) alle Fragen rund um den Haushalt hat Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks eine Lösung. In ihrem Blog beantwortet die TV-Moderatorin die Zuschriften ihrer Leser und Zuschauer.

Yvonne Willicks

Aus Rösrath hat mich die Email von Nobert erreicht. Er ärgert sich über Zucker- und Mehltüten. „Fragen Sie doch einmal die Betreiber von Mühlen oder Zuckerfabriken, wie sie sich vorstellen, dass man die zugeklebten Papiertüten wieder aufkriegt. Für die Verpacker ist das Zuklebeverfahren sicher sehr einfach, kostensparend und rationell. Aber für den Verbraucher bietet sich hinterher eine wahre Schmutzkatastrophe, wenn er die Tüten öffnen will. Die modernen Verpackungstechniker kreieren uns täglich neue Wunderwerke an Karton-und Blisterverpackungen. Nur die Pulververpackungen sind mit der Klebetechnik noch im vorgegangenen Jahrhundert stehen geblieben.“

Lieber Norbert, stimmt, die Verpackungen für Mehl und Zucker haben sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Aber ich habe mich daran ehrlicherweise noch nie gestört. Klar, hinterlässt es Mehlstaub und Zuckerkrümel auf der Arbeitsfläche, wenn man die Tüten öffnet, aber bei der Verarbeitung von Mehl und Zucker verschmutzt man die Arbeitsfläche ja ohnehin. Ich jedenfalls! Ich öffne die Pakete eigentlich immer direkt vor der Zubereitung und fülle die Reste dann in abschließbare Dosen. Das Öffnen selbst ist ja nicht das Problem, man klappt die Lasche um und offen ist die Tüte. Die sind ja nicht so bombenfest verklebt, dass man sie irgendwo aufschneiden müsste und alles rausrieselt. Es sind eher die Reste aus der Abfüllung, die in Ritzen und Ecken hängen und dann beim Hantieren rausrieseln.

Ich kann mir spontan auch keine andere Verpackung vorstellen, die weniger staubt. Wären die Pakete zugestanzt – wie Waschmittelpakete, müssten sie aufgeschnitten werden, das staubt garantiert noch mehr. Portionsbeutel wären unpraktisch, da für verschiedene Rezepte verschiedene Mengen gebraucht werden, sie müssten außerdem auch aufgeschnitten werden – und produzierten zudem eine Menge unnötigen Mülls.

Papiertüten mögen altmodisch sein und auch etwas staubig in der Handhabung, sie sind aber auf alle Fälle nachhaltig, denn sie sind in der Regel voll ausgefüllt – es wird also nur soviel Verpackungsmaterial verwendet, wie wirklich benötigt. Und sie sind aus einem Rohstoff – aus Papier, also prima recyclebar. Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf.

Wird fettarme Milch mit Wasser verdünnt?

Xaver hat mir geschrieben, weil er eine Milch-Verschwörung aufgedeckt haben will:

„Die jetzige Verunreinigung bei 1,5% Fettgehalt zeigt mir …, dass diese Strolche Wasser als teure Milch verkaufen. Zu der gehaltvollen Vollmilch wird solange Wasser beigemischt bis der Fettgehalt von 1,5% stimmt. Das ist Betrug! Wenn die Milch solange entfettet würde bist der Fettgehalt auf 1,5% absinkt, könnten dort gar keine Verunreinigungen hineingelangen! … Wenn dem so ist, ist das ein Riesenskandal auf Kosten der Bauern und Verbraucher. Diese Betreiber gehören weggesperrt.“

DMK ruft bundesweit fettarme Milch zurück

Xaver bezieht sich hier auf den Rückruf des Deutschen Milchkontors (DMK) vom Oktober 2019. Damals waren in fettarmer Frischmilch verschiedener Marken Keime festgestellt worden, die normalerweise nur im Wasser vorkommen.

Hier die Pressemitteilung von DMK.

https://www.dmk.de/presse/pressemitteilung/oeffentlicher-warenrueckruf-frische-fettarme-milch-15/

Wie wird fettarme Milch entrahmt?

Nun ist es so, dass in allen Produktionsanlagen für Lebensmittel Wasser verwendet wird. Nicht unbedingt als Zutat, sondern beispielsweise, um Rohre und Gefäße zu reinigen, Massen zu erwärmen oder abzukühlen. Das Deutsche Milchkontor hat erklärt, dass die Keime aus einer defekten Dichtung ausgetreten sind. Das bedeutet nicht, dass Wasser absichtlich der Milch zugefügt wurde. Das bedeutet lediglich, dass ein Wasserrohr mit einer Dichtung an irgendeinem Produktionsschritt mit der Milch in Kontakt gekommen ist. Vielleicht bei der Homogenisierung? Vielleicht bei der Entrahmung? Das verrät der Hersteller nicht. Aber sicher ist, dass fettarme Milch keine verdünnte Vollmilch ist. Fettarme Milch ist entrahmte oder teilentrahmte Rohmilch. Die in den Molkereien angelieferte Rohmilch hat unterschiedliche Fettgehalte rund um 4%. Damit Vollmilch einen Fettgehalt von 3,5% und fettarme Milch einen Fettanteil zwischen 1,5 – 1,8% erhält, werden sie in einer Zentrifuge geschleudert. So wird der fette Teil vom flüssigen Teil der Milch getrennt. Anschließend wird soviel Rahm wieder zugefügt, bis der gewünschte Fettanteil erreicht ist. Wasser spielt in der Herstellung keine Rolle!

Mehr Infos findet Ihr hier:

https://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittel/gruppen/trinkmilch.htm

Reinigung von Frischwasseranlagen – welche Hausmittel sind geeignet?

Auch Karl-Heinz hat mir geschrieben. Er ist ein Wohnwagen-Camper und hat eine Frage zur Reinigung von Frischwasser-Schläuchen:

„Die Frischwasseranlage (Schläuche, Tank, etc.) aus Kunststoff bedürfen einer regelmäßigen Reinigung. Algen-Keime sind zu entfernen. Im Zubehörhandel gibt es eine Vielzahl an Mittelchen, die teuer sind und von harmlos bis gefährlich gelten. Gibt es eine gute Alternative?“

Lieber Karl-Heinz, wenn es um Frischwasser geht, würde ich nicht auf Hausmittel zurückgreifen. Ich würde auf jeden Fall die Empfehlung des Herstellers befolgen. Wasser ist ein verderbliches Lebensmittel, das schnell verkeimt. Und diese Keime können gesundheitsgefährdend sein. Deswegen besser auf Nummer sicher gehen und das teure Mittel des Herstellers verwenden!

Aus Backofen wird an heißen Tagen ein zusätzlicher Kühlschrank

Zum Abschluss noch eine Email von Marianne mit einem praktischen Tipp für die kommende Gartensaison.

„Im heißen Sommer mache ich mir einen zusätzlichen „Kühlschrank“. Ich räume den Backofen aus, schiebe ganz oben ein Backblech ein, lege es voll mit Kühlakkus, die Tür schließt perfekt, fertig ist der Platz für Salatschüsseln bei der Grillvorbereitung.“

Liebe Marianne, vielen Dank für diese pfiffige Idee. Ich werde sie mir merken! 🙂

Eure Yvonne

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