Life Hacks

Fragen von Lesern und Zuschauern – Teil 22

Welcher Backofen ist gut? Welche Brotdose ist empfehlenswert? Bienenwachsfolie selber machen? Worauf muss ich bei Testempfehlungen achten? Auf (fast) alle Fragen rund um den Haushalt hat Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks eine Lösung. In ihrem Blog beantwortet die TV-Moderatorin die Zuschriften ihrer Leser und Zuschauer.

Yvonne Willicks

Welche Brotdose ist empfehlenswert?

Heike aus dem Sachsen hat mir geschrieben. Sie ärgert sich über die schlechte Qualität von Brotdosen für die Schule.

„Wir haben schon viele Dosen/Boxen gekauft. Keine hat uns so richtig überzeugt. Unsere Tochter geht jetzt die neunte Klasse. Pro Schuljahr haben wir zwei bis drei Dosen Verschleiß. Wir haben in letzter Zeit Dosen mit mehreren Fächern, da der Unterricht oft erst gegen 15.30 Uhr endet, und sie dementsprechend mehr Inhalt mitnehmen muss. Wir wollen aber auch nicht jedes Brot in Folie einpacken, deshalb fanden wir diese Dosen mit mehren Etagen oder Fächern bequem. Auch haben wir sowohl teure Markendosen, als auch günstigere gekauft. Manche schaffen es ein halbes Jahr, manche gehen schon nach zwei Monaten kaputt. … Ich wasche die Dosen meist von Hand aus, aber hin und wieder gebe ich sie auch in die Spülmaschine. Wir haben unsere Blechdosen zu DDR-Zeiten die ganze Schulzeit und darüber hinaus in Gebrauch gehabt. Vielleicht haben Sie ja einen Tipp, welche Brotdose uns überzeugen könnte. Sie sollte Brot oder Brötchen oder auch mal einen Wrap fassen können. Unterschiedliches Gemüse und Obst frisch halten und nicht vermischen oder matschen.“

Liebe Heike, vielen Dank für Deine Zuschrift. Ich bin jetzt echt baff, denn die Brotdosen meiner Kinder haben immer ziemlich lange gehalten, also mehrere Jahren – und sie wurden regelmäßig in der Spülmaschine gewaschen. Vielleicht habt Ihr bislang einfach Pech gehabt. Einen konkreten Kauftipp kann ich Dir leider nicht geben. Ich gebe generell keine Produktempfehlung ab und verweise auch nicht auf spezielle Hersteller. Mein Tipp ist immer eine Recherche bei Stiftung Warentest oder bei Öko-Test, denn die testen und vergleichen eine ziemlich große Produktpalette miteinander. Tatsächlich haben aber weder Stiftung Warentest noch Ökotest Brotdosen jemals auf Herz und Nieren geprüft. (Zumindest habe ich keinen Test dazu gefunden.) Die Süddeutsche Zeitung hat aber einen nicht repräsentativen, dennoch interessanten Test durchgeführt.

Den Artikel findest Du hier:

https://www.sueddeutsche.de/stil/test-brotdosen-brotzeit-1.4191436

Yvonnes Tipps für Brotdosen

Meine Empfehlung für Brotdosen: Am stabilsten sind Brotdosen aus Edelstahl oder Melanin mit einem Spannhaken als Verschluss. Die meisten Modelle mit Spannhaken sind sogar auslaufsicher, was ziemlich praktisch ist. Wichtig ist mindestens ein Trenner für die Box, damit Brote nicht matschig werden, wenn sie zusammen mit Rohkost in der Dose aufbewahrt werden. Nimmt Deine Tochter Obst und Gemüse in größeren Mengen mit, würde ich eher zu zwei Dosen raten: Eine Box für Brot und Gemüse und eine weitere für Obst (oder anderes herum). Zwei mittelgroße Dosen sind handlicher als eine Riesen-Lunchbox. Viel Glück!

Alternative: Bienenwachsfolie – ganz einfach selber herstellen

Alternativ können Brote auch prima in Bienenwachsfolie aufbewahrt und transportiert werden. Bienenwachsfolie könnt Ihr ganz einfach selber machen.

Anleitung Bienenwachsfolie selber machen

Bienenwaschfolie selber machen – das braucht ihr:

  • Stoffreste aus Baumwolle oder Leinen
  • ein paar Gramm Bienenwachspastillen in Bio-Qualität.
  • etwas Oliven- oder Jojobaöl
  • Backpinsel
  • Backpapier

Bienenwaschfolie selber machen – so geht es:

  • Den Stoff auf das gewünschte Maß schneiden.
  • Stoff auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit etwas Oliven- oder Jojobaöl einstreichen.
  • Bienenwachspastillen auf das Tuch legen.
  • Danach kommt das Tuch bei 85 Grad Ober- und Unterhitze für fünf Minuten in den Backofen, bis die Pastillen schmelzen. Das flüssige Wachs dann mit einem Pinsel verstreichen.
  • Das noch warme Tuch zum Trocknen aufhängen.
  • Schon nach kurzer Trockenzeit ist das selbstgemachte Bienenwachstuch einsatzbereit.

Testempfehlung – worauf zu achten ist

Auch Wibke und Oliver sind auf der Suche nach einer Kaufempfehlung, die ich leider nicht geben kann. Ich kann nur Tipps geben, wie man das richtige Produkt für sich findet, und worauf man achten muss, um sich später nicht zu ärgern.

Produkt-Empfehlungen sind hilfreich, wenn verschiedene Modelle unter den gleichen Voraussetzungen in konkreten Punkten miteinander verglichen und wissenschaftlich getestet werden, so wie es die Stiftung Wartentest tut – und nicht irgendwelche windigen Online-Seiten. Bei einer Untersuchung für Stiftung Warentest wird zum Beispiel die Waschleistung von Waschmaschinen miteinander verglichen, oder der Verschleiß der Maschine bei dauerhaftem Gebrauch. Selbst diese – unter wissenschaftlichen Bedingungen durchgeführte – Tests sagen allerdings nur etwas über das konkret getestete Gerät aus, denn die getestete Waschmaschine xy ist ja ein Einzelstück, und vielleicht wurde da, aus welchen Gründen auch immer, versehentlich eine Schraube schief reingedreht – und deswegen schneidet das Modell im Test nicht so gut ab. Ein anderes Gerät hatte durchaus ein besseres Testergebnis liefern können … Unabhängig von Testergebnissen ist aus meiner Sicht die Handhabbarkeit der Geräte. Oft wird diese bei den Untersuchungen gar nicht berücksichtigt. Aber was kann man mit einer Waschmaschine anfangen, die zwar super wäscht, aber für deren Bedienung man ein IT-Studium braucht? Technisch versierte Kunden können die Geräte vielleicht schnell bedienen, andere verzweifeln an komplizierten Gebrauchsanleitungen, und wählen dann die immer gleichen, bereits bekannten oder einfach einzustellenden Programme. In diesem Fall wäre die Anschaffung eines einfacheren (und meistens günstigeren) Modells besser gewesen, auch wenn das im Test vielleicht gar nicht so gut abgeschnitten hat. Die richtige Wahl für Produkt ist also immer eine Mischung aus Qualität, Handhabbarkeit, individuellen Bedürfnissen und dem Geldbeutel.

Welcher Backofen ist gut?

Wie dem auch sei, Wibke und Oliver wollen keine neue Waschmaschine, sondern einen neuen Backofen kaufen. „Unser momentaner Backofen erfüllt noch seinen Zweck, ist aber in die Jahre gekommen und benötigt einen Austausch. Wir bevorzugen einen Ofen, der eine gute Wärmeverteilung hat (der jetzige hat dies, aber kommt an sein technisches Limit bzgl. Ersatzteile) und nicht allzu viele Computerprogramme hat. Leider gibt es auf dem Markt nicht allzu viele Backöfen, die mit wenig technischem Komfort auskommen. Wie würden einen Ofen bevorzugen, der Pyrolyse hat, ggf. eine Dampffunktion (für Brotbacken) und eine hohe Temperatur erreicht. … Uns geht es um einen guten Ofen, der vernünftig backt, ordentlich zu reinigen ist und eine vernünftige Temperatur erreicht.“

Liebe Wibke, lieber Oliver, ich bevorzuge Backöfen ohne viel Firlefanz. Kochrezepte stehen in meinen Kochbücher, da brauche ich keinen Backofen, der mir sagt, wie ich eine Gans backen muss. Super ist die Pyrolysereinigung bei Backöfen das geht einfach und schnell, allerdings solltet Ihr diese dann auch tatsächlich nutzen. Viele Verbraucher haben ja diese Funktion an ihrem Gerät und putzen den Ofen trotzdem mit der Hand. Wenn Ihr dampfgegartes Gemüse mögt, ist eine Dampffunktion im Backofen nützlich. Wenn Ihr nicht dampfgart ist sie überflüssig. Achtet darauf, dass die Tür gut schließt und isoliert ist. Ein Blick auf das Energielabel und den Stromverbrauch ist sinnvoll. Ansonsten sind alle Modelle, die Ihr in Erwägung zieht, ja aus dem hochwertigen Segment. Da könnt ihr eigentlich nicht viel falsch machen.

Eure Yvonne

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