Haushalt

Fragen von Lesern und Zuschauern – Teil 31

Wie löse ich am besten einen Haushalt auf? Wie werden Frottierhandtücher weich? Was sind gute Mikrofaser-Tücher? Auf (fast) alle Fragen rund um den Haushalt hat Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks eine Lösung. In ihrem Blog beantwortet die TV-Moderatorin die Zuschriften ihrer Leser und Zuschauer.

Yvonne Willicks

Wie werden Frottierhandtücher weich?

Friedgard hat mich angeschrieben, weil sie sich weiche Frottierwäsche wünscht:

„Habe keinen Trockner, sondern nur die Wäscheleine im Heizungskeller bzw. Wäschespinne im Sommer draußen. Will nicht (zu viel) Weichspüler nutzen.“

Liebe Friedgard, Weichspüler ist für weiche Handtücher nicht nötig. Damit Frottierwäsche nach der Wäsche nicht hart wird (Trockenstarre), muss sie beim Trockenvorgang in Bewegung gehalten werden. Im Heizungskeller kannst Du dir dafür einen einfachen Ventilator an oder unter die Hängeleine stellen. Im Sommer am besten einen windigen Tag fürs Trocknen abwarten oder eine zugige Stelle für die Spinne suchen. Mit Wind wird die Wäsche schön weich.

Wie löse ich am besten einen Haushalt auf?

Frau Schaaf hat sich bei mir über das Kontaktformular gemeldet:

„Ich brauche ihre Hilfe! Ich muss zwei Haushalte auflösen und finde dort keinen Anfang. Sie sind doch perfekt in Ratschläge geben!“

Liebe Frau Schaaf, vielen Dank für das Kompliment, aber perfekt bin ich natürlich nicht. (Auch, wenn ich es gerne wäre.) Einen Haushalt aufzulösen, ist ein anstrengendes Projekt, das sich gerne über mehrere Wochen hinzieht. Zwei Haushalte aufzulösen, umso mehr. Deswegen rate ich in kleinen Schritten vorzugehen. Liegen die zwei Haushalte in unmittelbarer Nähe zueinander, können Verkaufs- oder Verschenk-Aktionen zeit- und nervenschonend kombiniert werden. Liegen die Haushalte weit voneinander entfernt, würde ich mit einem Haushalt beginnen, und den zweiten im Anschluss auflösen.

Haushaltsauflösung – was zuerst?

Zunächst gilt es bei einer Haushaltsauflösung alle organisatorischen Dinge zu erledigen: Verträge, Mietverhältnis, Strom, Gas, Versicherungen kündigen. Alle laufenden Kosten überprüfen und wenn nötig beenden. Danach Wertgegenstände (Schmuck, Uhren, Bargeld, Sparbücher) sichern. Gegebenenfalls auch persönliche Gegenstände, wie Fotos, Briefe, Tagebücher, Behördenkorrespondenz usw. Vielleicht möchten sich Verwandte oder Freunde Erinnerungstücke aus dem Haushalt mitnehmen? Enkel, die zum Studium wegziehen, freuen sich über viele Einrichtungsgegenstände.

Handelt es sich um hochwertige Möbel und teuren Hausrat in dem aufzulösenden Haushalt, kann ab hier eine Entrümpelungsfirma die Arbeit übernehmen. Denn einige verrechnen die teuren Gegenstände mit den Kosten für die Entrümpelung. So kann die ganze Auflösung schnell, kostenlos und stressfrei erledigt werden. Das kann besonders dann eine gute Lösung sein, wenn man sich die emotionale und zeitliche Belastung einer Haushaltsauflösung nicht antun will.

Haushaltsauflösung – wohin mit der Kleidung?

Kleidung, Handtücher und Bettwäsche, die nicht mehr zu gebrauchen sind, wegschmeißen. Außer bei einer besonders extravaganten und teuren Garderobe, die durchaus noch zum Verkauf angeboten werden kann, sollte alles, was noch in Ordnung ist, verschenkt oder in den Altkleidercontainer gespendet werden. Aber bitte nur die legalen Tonnen mit dem DZI Spendensiegel, dem FAIRWERTUNG-Logo oder dem BVSE Qualitätssiegel Alttextilsammlung auf dem Container oder der Homepage.

Haushaltsauflösung – wohin mit Möbeln und Gebrauchsgegenständen?

Viele gebrauchte Möbel, Gemälde, Geräte, Gebrauchsgegenstände, Geschirr und Hausrat finden noch Käufer. Generell gilt: Markenartikel sind heiß begehrt, ob eine Jura-Kaffeemaschine, ein Service von Rosenthal oder ein Bügeleisen von Bosch. Sie finden ziemlich sicher noch jemanden, der sich darüber freut und bereits ist dafür Geld auszugeben. Eine gute Möglichkeit, schnell vieles auf einmal loszuwerden, ist ein Haus-Flohmarkt. Vorher die Werbetrommel rühren, Aushänge in der Nachbarschaft machen oder ein Schild vor dem Haus aufstellen! Auch Bekanntmachungen über Nachbarschaftsseiten funktionieren gut. Wer nicht so viele Menschen im Haus haben möchte, kann auch bei Online-Plattformen einzelne Möbelstücke oder Gegenstände anbieten. Nachteil: Alles muss einzeln fotografiert werden. Für jedes Stück muss eine Anzeige aufgeben werden. Das kostet viel Zeit, bringt aber mehr Geld.

Haushaltsauflösungen – wohin mit den Sachen, die keiner haben möchte?

Finden die Sachen keine kaufwilligen Abnehmer, sollten sie verschenkt werden, bevor sie auf dem Müll landen. Für Gratis-Möbel und Haushaltswaren gibt es auf Online-Plattformen in der Regel immer Interessenten. Auch Sozialkaufhäuser oder die örtlichen Entsorgungsunternehmen, nehmen oft noch gut erhaltene gebrauchte Möbel an. Sie können direkt vor Ort abgegeben werden, eine Abholung kostet meistens etwas. Bitte vorher anrufen, welche Gegenstände und Möbel eventuell nicht angenommen werden.

Alles, was jetzt noch übrig ist, landet auf dem Müll. Dafür entweder eine Entrümpelungsfirma anrufen oder selber auf den Recyclinghof fahren.

Was sind gute Mikrofaser-Tücher?

Frau Cathelin hat mir geschrieben, weil sie wissen möchte, wie sie die Qualität von Mikrofaser-Tüchern erkennt.

„In der gestrigen Sendung wurde schon wieder “gute Mikrofasertücher” gesagt. Gerne würde ich erfahren, wie ich unter gute, weniger gute und schlechte Qualität bei solchen Tüchern erkenne, denn man weiß ja, dass der Preis nicht immer die beste Richtlinie ist.“

Liebe Frau Cathelin, danke für Ihre Nachfrage. Gut sind die Tücher, wenn sie Staub und Schmutz gut aufnehmen, nicht fusseln und das auch noch nach der fünften Wäsche. Eine Marke kann ich Ihnen als Kaufempfehlung nicht nennen. Aber beim täglichen Gebrauch merkt man schnell, ob das Reinigungsergebnis überzeugt oder nicht.

Auch Stiftung Warentest kann leider aktuell nicht weiterhelfen, denn dort wurden Mikrofaser-Tücher zuletzt 2009 getestet.

Hier findet Ihr den Test:

https://www.test.de/Wischsysteme-und-Wischtuecher-Die-Besten-fuer-KuecheCo-1793783-1795827/

Die Auto-Bild hat allerdings in diesem Jahr einen Test durchgeführt. Vielleicht werden Sie da fündig.

Den Test findet Ihr hier:

https://www.autobild.de/vergleich/mikrofasertuch-test/

Ich hatte Tücher aus dem Drogeriemarkt in Gebrauch, die besser saubergemacht haben, als sauteure Lappen von Shopping-Events oder aus dem Shopping-TV. Aber, das ist alles vorbei. Ich habe mich schweren Herzens aus Umweltgründen von Mikrofaser-Tüchern verabschiedet. Denn beim Waschen in der Maschine verlieren sie Mikrofaser und diese landen am Ende irgendwann im Ozean. Deswegen empfehle ich nur noch Tücher aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Leinen, Leder, Zellulose oder Bambus. Wer weiter Mikrofaser-Tücher verwenden möchte, dem sei für die Wäsche der Lappen ein Mikrofaser-Beutel ans Herz gelegt. Dieser verhindert, dass Mikroplastik übers Abwasser in Flüsse und Meere gelangt.

Eure Yvonne