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Fragen von Lesern und Zuschauern – Teil 33

Wie viel Chemie steckt in Reinigern? Die richtige Hygiene in Corona-Zeiten? Welche Alternative gibt es zu Gefrierbeuteln? Lohnen sich Milbenstaubsauger? Auf (fast) alle Fragen rund um den Haushalt hat Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks eine Lösung. In ihrem Blog beantwortet die TV-Moderatorin die Zuschriften ihrer Leser und Zuschauer.

Yvonne Willicks

Wie viel Chemie steckt in Reinigern?

Ursula aus dem Schwarzwald hat sich an mich gewendet, weil sie Schmierseife aus dem Vertriebshandel gekauft hat. Aus dem Eimer hat sie die Seife – zur einfacheren Handhabung – in ein Glas abgefüllt. „Der Deckel vom Glas ist innen so verrostet und die Schmierseife zieht einem so beißend in den Kopf. Wenn ich mein Spülbecken damit putze, halte ich mir die Nase zu und richtig sauber sieht anders aus. Da kann doch was nicht stimmen. Werden die Inhaltsstoffe geprüft? Ich frage mich was für giftige Stoffe gelangen hinter der Kläranlage in das Wasser?“

Liebe Ursula, welche Stoffe genau in dem Reiniger wirken, muss auf dem Eimer draufstehen. Zu jedem Reiniger gibt es (im Netz) ein Sicherheitsdatenblatt, in dem die genauen Inhaltsstoffe und deren Toxizität, Gefahreneinstufung, usw. angegeben werden muss. Fakt ist, dass alle Reiniger aus chemischen Zutaten bestehen und viele dieser Inhaltsstoffe tatsächlich giftig oder ätzend sind. Besonders Konzentrate enthalten stark wirksame Chemie. Deswegen ist die richtige Anwendung bei Reinigungsmitteln so wichtig. Zwar gibt es auf allen Putzmitteln Anwendungs- und Warnhinweise, aber ab welcher Konzentration genau die Mittel gesundheitsschädlich sind, lässt sich meistens nicht erkennen. Wenn es übel riecht oder gar Kopfschmerzen auslöst, liegt es vermutlich daran, dass das Mittel nicht ausreichend verdünnt worden ist. Aber nichtsdestotrotz würde ich persönlich mit so einer Chemiebombe auch nicht putzen wollen. Ich finde, Du hast es genau richtig gemacht, indem Du die Seife weiter gegeben hast, statt sie aufzubrauchen.

Lohnen sich Milbenstaubsauger?

Monika hat mir geschrieben, weil sie sich einen Test zu Milbenstaubsaugern wünscht. Sie schreibt: „Es gibt ja Firmen, die nach Hause kommen und reinigen. Aber eben auch mit diesen Saugern, die es zu kaufen gibt. Vielleicht kann man auch mal einen Test in Ihrer Sendung Servicezeit vorstellen?“

Liebe Monika, danke für die Anregung. Wir werden das in der Redaktion mal besprechen, denn Hausstaubmilben sind tatsächlich für viele Menschen ein großes Problem. Schließlich sind sie verantwortlich für die sogenannte „Hausstauballergie“, genauer gesagt ihr Kot ist deren Auslöser. Allerdings sind Milben unsere natürlichen Mitbewohner in häuslicher Umgebung und ganz kann man sie nie loswerden. Mit mangelnder Hygiene haben sie übrigens nichts zu tun. Um ihre allergieauslösenden Ausscheidungen aus Matratze, Bettdecken und Kissen zu entfernen, reicht in der Regel ein guter Staubsauger mit HEPA-Filter. Was jetzt ein Milbenstaubsauer genau besser kann als ein gewöhnlicher, würde ich tatsächlich auch gern wissen. Zumal die Entfernung der Milben immer nur kurzfristig sein kann, da sie sich schnell wieder ansiedeln. Wichtiger aus meiner Sicht für Allergiker: Milbendichte Matratzen- und Bettbezüge verwenden und die Bettwäsche häufiger waschen.

Die richtige Hygiene in Corona-Zeiten?

Noch vor den Sommerferien erreichte mich die Zuschrift einer Familie, die gerne anonym bleiben möchte. Der Vater schreibt: „Wir sind ein 5-Personen-Haushalt und Dank dem Covid19-Virus sind vier davon im Moment dauerhaft zu Hause (1x Homeoffice, 3x Homeschooling). Meine Frau ist im systemrelevanten Handel tätig und hat täglich unzählige Kundenkontakte. Sind nach Ihrer Einschätzung Handseife, Neutral- und Essigreiniger und Spülmittel und ein wöchentlicher Putzrhythmus unter den jetzigen Bedingungen (bei uns wohnt kein Angehöriger der besonders gefährdeten Risikogruppen) immer noch ausreichend?“

Lieber besorgter Vater, Du machst alles richtig. Die Gefahr einer Ansteckung lauert ja nicht in innerhalb der Familie, sondern bei dem Kontakt mit anderen Menschen außerhalb der Wohnung. Was Sauberkeit und Hygiene im Haushalt angeht, kann daher, zumindest was die Reiniger angeht, alles wie bisher gehandhabt werden. Gemeinsam genutzte Textilien, wie Hand- oder Geschirrtücher würde ich aktuell öfter mal wechseln und gemeinsam genutzte Oberflächen besser einmal mehr abwischen als einmal weniger. Zum Abtöten des Virus reicht eine normale 60-Grad-Wäsche. Zur richtigen Hygiene in Corona-Zeiten habe ich schon mal einen ausführlichen Blog geschrieben.

Den findet Ihr hier:
https://www.yvonnewillicks.de/2020/04/24/hygiene-in-zeiten-von-corona/

Für den Umgang miteinander sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie, sollte weiter auf die richtige Händehygiene und Husten- und Nies-Etikette geachtet werden. Außerhalb der Wohnung immer mindestens 1,5 Meter Abstand zu Mitmenschen halten. Das gilt insbesondere für Deine Frau, die aufgrund ihres Berufs ja ständig im Kontakt mit verschiedenen Menschen ist.

Welche Alternative gibt es zu Gefrierbeuteln?

Andrea hat möchte gerne Plastik einsparen und fragt nach Alternativen zu Tiefkühlbeuteln. Sie schreibt: „Ist es möglich Butterbrottüten zum Einfrieren von trockenen Nahrungsmitteln ( z.B. Selbst gedörrte Zwetschgen) zu verwenden?“

Liebe Andrea, die Idee ist super, denn das Papier von Butterbrottüten ist durch ein spezielles Verfahren undurchlässig für Fett. Das heißt, da läuft auch im Gefrierfach nichts aus. Allerdings sind die Tüten nicht luftdicht und das kann beim Einfrieren von Lebensmitteln zu Gefrierbrand führen. Diese ausgetrockneten Stellen sind zwar nicht gesundheitsschädlich, aber sie können den Geschmack des Gefrierguts verändern. Sind die Lebensmittel allerdings erst mal gefroren, können sie durchaus auch in nichtluftdichten Verpackungen aufbewahrt werden. Deswegen würde ich raten, die Lebensmittel in einer möglichst kleinen (damit beim Einfrieren möglichst wenig Luft vorhanden ist), luftdichten Box oder Vorratsdose einzufrieren. Danach in eine Butterbrottüte umfüllen und im Gefrierschrank verstauen.

Eure Yvonne