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Möhrenliebe

Karotten sind aus der deutschen Küche nicht wegzudenken. Dabei wird das orange und zunehmend auch bunte Gemüse oft unterschätzt. Voll mit Vitaminen, kalorienarm und vielseitig einsetzbar, ob würzig, neutral oder süß, sind Möhren eigentlich Alleskönner in der Küche. TV-Moderatorin und Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks über ihre Liebe zu Karotten und ihrem Lieblings-Möhrenrezept.

Yvonne Willicks

Möhren und Karotten – Deutschlands beliebtestes Wurzelgemüse

Möhren sind nicht nur die in Deutschland am häufigsten angebaute und am zweithäufigsten verspeiste Gemüsesorte, sondern auch eine der ältesten. Bevor die Kartoffeln im 17. Jahrhundert nach Europa kamen, haben wir echt viele Wurzeln gegessen, mehr als die 10 Kilogramm pro Kopf im Jahr, die wir Deutschen derzeit verspeisen. Mittlerweile gibt es alleine EU-weit mehr als 300 Möhrensorten – und diese sind längst nicht alle orangefarben. Von weiß über gelb und rot bis schwarz-violett reicht die Farbpalette – und jede Sorte schmeckt ein bisschen anders. Zeit also, sich mal durchzukosten!

Möhren stecken voller gesunder Nährwerte – Karotten, die Kalorien-Helden

Möhren stecken voller Vitaminen. Am bekanntesten ist ihr hoher Gehalt an Beta-Carotin. Damit das aber auch vom Körper aufgenommen werden kann, braucht es etwas Fett. Deswegen sollten Möhrchen, egal in welcher Form, ob roh, als Suppe, Saft oder Gemüse, immer mit etwas Fett zubereitet werden. Ob Öl, Butter oder Sahne ist dabei egal. Außer dem hohen Gehalt an Beta-Carotin punkten Möhren auch noch mit wenig Kalorien und einer besonders guten Bekömmlichkeit. Die erste feste Nahrung von Babys ist oft Karottenbrei und wer Probleme mit dem Magen oder Darm hat, dem hilft die Schonkost ebenfalls. Übrigens: In der Rinde der Möhre stecken die meisten Nähr- und Aromastoffe. Das Mark (oder Herz) ist heller und geschmacksneutraler als der Rest.

Heimische Möhren-Saison – Karotten sind das am häufigsten angebaute Gemüse

Frische Karotten aus Deutschland sind fast das ganze Jahr erhältlich. Die Haupterntezeit liegt zwischen Juni und Oktober. Als erstes werden die Bundmöhren geerntet. Sie sind besonders süß und knackig. Bitte das Grün nach dem Kauf entfernen, denn es entzieht den Rüben wertvolle Inhaltsstoffe und Feuchtigkeit. Nach den Bundmöhren kommen auch die ersten etwas dickeren Karotten ohne Laub in den Handel. Sie sind nicht so empfindlich und werden meist ohne Grün in Schalen oder Beuteln angeboten. Bevor sie in den Verkauf gehen, werden sie gewaschen, deswegen heißen sie Waschmöhren. Am längsten stecken die Lagermöhren in den Beeten. Sie werden erst im Spätherbst geerntet und direkt eingelagert. Oft sogar in Kisten mit Erde, damit sie nicht austrocknen. So bleiben Nährstoffe und Geschmack weitgehend erhalten. Wenn sich die heimischen Lager im Frühjahr leeren, liegen meist schon die ersten Frühmöhren aus Israel, Italien, Spanien, den Niederlanden und Belgien in den Gemüseregalen.

Möhren und Karotten – Sortenvielfalt und Verwandte

Neben den orangen Exemplaren finden sich dort auch zunehmend bunte Sorten, wie etwa die dunkel-violette „Purple Haze“, eine Rückzüchtung zu den ursprünglichen Möhren aus dem vorderen Orient. Obwohl eine neue Sorte, wird sie oft als „Ur-Möhre“ angeboten. In Salaten oder als Gemüsebeilage sieht sie toll aus. Aber Achtung! Der violette Farbstoff färbt intensiv, ähnlich wie bei Rote Bete. Auch die weiße Pastinake ist eng mit Möhren verwandt, schmeckt aber tatsächlich ziemlich anders. Dabei kann sie durchaus statt Karotten für die gleichen Gerichte verwendet werden. Nur roh schmeckt sie (zumindest mir) nicht. Einfach mal ausprobieren!

Neverending Möhrenliebe – Bei mir haben Karotten immer Saison 

Bei mir in der Küche haben Möhren immer Saison. Sie sind so vielseitig einsetzbar, dass sie eigentlich zu fast jedem Essen passen. Klar, in Eintöpfen und Suppen dürfen sie nicht fehlen, auch für Saucen oder Gemüsepfannen sind sie ideal. Aber auch wenn ich zum Beispiel nur Reis in Brühe koche, schnippel ich gerne eine Möhre fein dazu. Möhrensalat liebe ich sowieso und als Zutat für grünen Salat, schneide ich gerne feine Möhrenstreifen mit einem Sparschäler, das gefällt mir besser, als Karotten in den Salat zu reiben. Auch als Knabbersnack für zwischendurch, oder im Kuchen ist die Möhre ein perfekter Begleiter. Eigentlich kann man mit Möhren nichts falsch machen!

Mein Lieblings-Möhrensalat ist der Apfel-Möhrensalat aus einem Kochbuch von Barbara Rütting. Er schmeckt frisch, süß, sauer und cremig, alles in einem. Einfach nur köstlich.

Rezept: Barbara Rüttings Apfel-Möhrensalat

Zutaten:

  • 500 Gramm Möhren
  • 2 Äpfel
  • 1 EL Zitronensaft
  • 70 Gramm Rosinen
  • 2 EL Öl
  • ½ EL Honig
  • Kräutersalz
  • 125 Milliliter saure Sahne
  • Grob gehackte Walnüsse (Barbara Rütting empfiehlt Haselnüsse, aber ich finde es schmeckt mit Walnüssen besser.)

Zubereitung:

Möhren bürsten, gut waschen und grob reiben. Äpfel mit Schale ebenfalls grob reiben. Zitronensaft drüber gießen. Die gewaschenen und abgetropften Rosinen dazugeben. Sauce aus Öl, Honig, Kräutersalz und saurer Sahne drüber gießen. Mit gehackten Nüssen bestreuen.

Schon gewusst? Der Unterschied zwischen Möhren und Karotten

Wusstet Ihr eigentlich, dass es einen Unterschied zwischen Möhren und Karotten gibt? Komisch, oder? Schließlich trägt das rote Stangengemüse in verschiedenen Regionen ganz unterschiedliche Namen: Mohrrüben, Wurzel, Karotten, Gelbe Rüben, Rübli usw. Der Unterschied ist eine Formsache, so die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (Also der deutschen Obst- und Gemüsebauern.). Karotten heißen oft die frühen, kleinen Rüben. Sie sind kurz und stumpf. Möhren dagegen sind eher länglich und schmal. Eine perfekte Möhre sieht laut Erzeugerorganisation so aus: Sie hat ein möglichst dünnes Herz (also das Mark im Innern), eine möglichst dicke Rinde und ist von möglichst einheitlicher Farbe.

Na dann, guten Appetit!

Eure Yvonne