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Nachhaltig verpacken

Nachhaltig Geschenke einpacken, das ist gar nicht so schwer. TV-Moderatorin und Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks mit tollen Alternativen zu Geschenkpapier & Co. und weiteren Tricks und Ideen, Müllberge an Weihnachten zu vermeiden.

Yvonne Willicks

Einpackorgie kurz vor Weihnachten

Geschenke verpacken für Weihnachten ist ja so eine Typfrage. Entweder man will es schnell weghaben, und verpackt alles sofort nach dem Kauf. Oder man ist eher der Sammeltyp (so wie ich), der Geschenke an einem geheimen Ort lagert und dann in einer Hauruck-Aktion alles mit einem Mal einpackt. Und jedes Mal ist es dasselbe: Spätestens nachdem ich zwei Stunden Papier zugeschnitten und Klebestreifen abgezogen haben, nehme ich mir vor, es nächstes Jahr anderes zu machen. Denn das Einpacken dauert immer ewig und viel länger als gedacht.

400 Millionen Tonnen Weihnachtsmüll

Aber ich mag nun mal aufwendig verpackte Geschenke, gerne bunt oder verziert, am liebsten mit opulenten Stoffschleifen. Schlicht ist nicht so mein Ding. Leider landet die ganze schöne Verpackung meistens direkt nach dem Auspacken im Müll. 400 Millionen Tonnen Abfall produzieren wir Deutschen jedes Jahr zum Weihnachtsfest. Und ein großer Teil davon besteht aus weggeworfenem Verpackungsmaterial. Das fängt an mit dem schönen Geschenkpapier (Für das ein hoher Energieaufwand und eine Menge Druckerfarbe benötigt wird.), geht weiter mit der Plastikfolie, in der das Papier eingeschlagen ist, über die Klebestreifen bis zu Schleifen, Bändern, Bommeln und Anhängern. Und die bestehen meistens aus nicht recylebarem Plastik. Was für eine Verschwendung!

Nachhaltig verpacken – wie geht es richtig?

Mein Großvater öffnete seine Präsente immer äußerst vorsichtig, bügelte das Geschenkpapier nach dem Fest und oftmals steckte im nächsten Jahr ein Geschenk von ihm darin. Soweit treibe ich es nicht, aber einiges lässt sich ja meistens noch aus dem weihnachtlichen Müllberg retten. Stoffschleifen, Bänder, Anhänger usw. zum Beispiel hebe ich gerne auf und benutze sie wieder. Zero-waste-Weihnachten sind wohl eher eine Utopie, aber ein bisschen weniger Müll wäre ja immerhin schon ein Anfang. Es gibt tolle Alternativen zu Geschenkpapier & Co., die weniger Müll produzieren und unterm Weihnachtsbaum für schöne Überraschungsmomente sorgen.

Alternativen zu Geschenkpapier

  • Pack- oder Backpapier macht hübsch verziert einiges her, zum Beispiel mit bunten Hanfbänder mit einem Tannenzweig.
  • Stylisch sind Geschenke in Zeitungspapier eingepackt. Dazu passen schwarz-weiße (selbstausgeschnittene) Buchstaben oder Bastbändern oder Stoffschleifen.
  • Ausgefallen sind Notenblätter, Buchseiten oder Comics. In alte Stadtkarten, Poster oder Tapetenreste können auch größere Geschenke eingeschlagen werden.
  • Hübsch verpackt sehen Geschenke auch in bunte Stoffen oder Stoffresten aus. Sie können mit Bändern oder einer Kordel oder mit der japanischen Falttechnik Furoshiki zugebunden (und später wiederverwendet) werden. In hübschen Tüchern oder coolen Jutebeuteln eingeschlagen werden aus einem Geschenk gleich zwei!
  • Doppelte Weihnachtsfreude gibt es auch, wenn Geschenke statt in Papier in Bienenwachstücher eingepackt sind. Ich bin ja ein großer Fan dieser Tücher. Sie sind nachhaltig, praktisch und einfach selber herzustellen. Eine Anleitung hatte ich hier in dem Blog schon mal gepostet.

Die findet Ihr hier: https://www.yvonnewillicks.de/2020/05/22/fragen-von-lesern-und-zuschauern-teil-22/

  • Übers Jahr sammle ich hübsche Schuhkartons, denn sie machen sich prima als Weihnachtspäckchen.
  • Je nach Form und Größe könnten Geschenke auch in die Papprollen von Küchen- oder Toilettenpapier passen. Rolle etwas plattdrücken, die Enden einknicken, um die Rolle zu verschließen, anmalen, verzieren oder mit Schmuckband zubinden.
  • Aus Obstkörbchen für Erdbeeren oder Pilze oder größeren Körben oder Kisten, wie die für Mandarinen oder Äpfel, könnt Ihr opulente Geschenkekörbe basteln. Toll sehen sie zum Beispiel mit festlicher oder bunter Farbe anmalen. Auch schlicht weiß macht einiges her. Seiten oder Innenraum können mit Papier oder Pappe beklebt werden. Henkel eventuell abschneiden. Körbe mit passender Unterlage ausstatten, zum Beispiel Stroh, Bast, Stoff, Moos, Blätter etc. Geschenk drapieren und drum herum verzieren (Tannenzapfen, Süßigkeiten, Trockenblumen).
  • Eine Überraschung ist garantiert, wenn Geschenke in Konservendosen stecken. Dazu Dose unauffällig von unten öffnen und Inhalt entnehmen. Nach dem Säubern das Geschenk verstecken und anschließen mit Pappe den Boden verschließen.

Umweltfreundliche Geschenkverpackungen für Weihnachten

So viel zu den Papier-Alternativen. Wie sieht es aber aus mit dem Rest? Aus Umweltgründen sollten Naturmaterialen zum Verzieren von Geschenke benutzt werden, zum Beispiel Bast, Baumwollstoff, Wolle, Stroh, Zweige, Zapfen, Blätter etc. Das Problem bei vielen Fertig-Stoffschleifen: Sie fühlen sich an wie Stoff sind aber oft zu 100 Prozent aus Kunststoff. Deswegen im Geschäft immer besser noch mal überprüfen, ob das Material wirklich natürlichen Ursprungs ist, wie Baumwolle, Jersey, Hanf, Jute oder Wolle. Vielleicht habt Ihr ja auch noch Stoffreste im Schrank, aus denen man Schleifen oder Schnüre selber machen kann. Denn eines ist klar: Zugebundene Geschenke sind nachhaltiger als zugeklebte. Eine andere Alternative sind kleine und große Wäscheklammen. Wenn Klebestreifen unbedingt nötig sind, dann bitte plastikfreie verwenden. Ich bin ein Fan von Washi-Tapes. Sie bestehen aus Reispapier und sind mit allen möglichen bunten Mustern bedruckt. Mit Washi-Tapes kann man auch toll Papier verzieren.

Geschenke einpacken, aber nachhaltig

Basteln ist ja nicht jedermanns Sache. Wer keine Lust hat, Geschenkebeutel zu nähen oder Bienenwachstücher herzustellen, der kann auch auf die herkömmliche Art umweltbewusst einpacken.

  1. Umweltfreundliches Recycling-Geschenkpapier verwenden. Auf das Abzeichen „Blauer Engel“ achten.
  2. Auf Paketbänder aus Plastik verzichten. Besser Jute, Wolle oder Stroh zum Verzieren benutzen.
  3. Plastikfreies Papierklebeband verwenden.

Seit Jahren sammle ich Geschenkbänder, Verpackungen, Tüten und Verzierungen in einem großen Stiefelkarton. Da ist auch viel Plastikzeugs dabei. Vor jedem Geburtstag und zu Weihnachten hole ich die Kiste aus dem Schrank und ich finde immer etwas Passendes, um meine Geschenke noch ein bisschen hübscher zu machen. Wegschmeißen tue ich meine Schatzkiste auf jeden Fall nicht. Die Sachen werden nach und nach aufgebraucht, genauso wie das Geschenkpapier aus den letzten Jahren, das in dem gleichen Schrank liegt.

Mehr Infos zum Thema Nachhaltigkeit findet Ihr auch in meinen Büchern. Und die gibt es hier Shop.

Eure Yvonne