Essen & Kochen

Jetzt heißt es anfeuern – die Grillsaison hat begonnen Teil 2

Die einen sitzen im Park mit einem Einmal-Wegwerf-Grill (Geht gar nicht! Umweltsünde!), die anderen drängeln sich auf dem Balkon um den Kugelgrill und wieder andere haben Grills so teuer wie ein kleiner Gebrauchtwagen im Garten stehen. Beim Grillen macht den Deutschen niemand etwas vor. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Temperatur in die Höhe treiben, wecken […]

Yvonne Willicks

Die einen sitzen im Park mit einem Einmal-Wegwerf-Grill (Geht gar nicht! Umweltsünde!), die anderen drängeln sich auf dem Balkon um den Kugelgrill und wieder andere haben Grills so teuer wie ein kleiner Gebrauchtwagen im Garten stehen. Beim Grillen macht den Deutschen niemand etwas vor. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Temperatur in die Höhe treiben, wecken sie ihre Grills aus dem Winterschlaf – jeder nach seiner Fasson!

Der größte Teil der Grillfans (63% bei Forsa 2009) schmeißt Würstchen und Fleisch auf den Holzkohlegrill, jeder dritte nutzt einen Elektrogrill und nur etwa 9% einen Gasgrill.

Der Vorteil von Holzkohlegrills: Die Glut sorgt für den typisch rauchigen Grillgeschmack (und die urige Atmosphäre! Der Nachteil: Holzkohle muss laaaaange angeheizt werden. Erst, wenn (nach gefühlt einer Ewigkeit) die weiße Ascheschicht auf der Kohle erscheint, ist die Temperatur richtig und die Leckereien können aufs Rost! Beginnt ihr zu früh mit dem Grillen, droht Verbrennungs- und Rauchgefahr!

Tipps zum Grillen mit Holzkohle

  • Ein Grill mit Kohlerost sorgt für gute Belüftung der Kohlen und einer schnelleren Hitzeentwicklung. Das verkürzt die Anheizzeit.
  • Zum Anzünden nur trockene Anzündhilfen verwenden. Niemals Benzin oder Spiritus.
  • Grillkohlen werden schnell heiß, verbrennen aber auch schneller.
  • Briketts brauchen lange, bis sie die richtige Temperatur erreicht haben, dafür brennen sie länger.

Zum richtigen Anzünden (und zu nachhaltiger Holzkohle) hatte ich auch schon mal was geschrieben. Das lest ihr hier:

https://www.yvonnewillicks.de/2018/06/25/grillin-und-chillin-grillen-a-la-willicks/

Sowohl Elektro- als auch Gasgrills heizen viel schneller an als Holzkohle. Zehn Minuten reichen oft schon. Außerdem kann die Temperatur unkompliziert reguliert werden. Das ist besonders praktisch für Gemüse oder Käse, die bei zu hohen Temperaturen schnell anbrennen. Da Elektro- und Gasgrills kein offenes Feuer produzieren, qualmt es auch weniger. Allerdings funktionieren sie mit Strom oder einer Gasversorgung. Es braucht also einen Garten oder einen Balkon, auf dem gegrillt werden kann. Spontane Grillfeste im Park sind damit also nicht drin.

Grillen ist gesund – und macht glücklich

So schlecht wie sein Ruf ist Grillen ernährungstechnisch betrachtet gar nicht. Gemüse und Fleisch werden nährstoffschonend gegart, und dem meisten Grillgut wird noch nicht mal Fett zugefügt. Salat gibt es meistens als Beilage. Alles tutti also! Allerdings: Das Fleisch sollte auf dem Rost keinesfalls verbrennen, dann bilden sich polyzyklisch aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAKS. Sie stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Bei mariniertem Fleisch entsteht bei der Verbrennung zudem Acrylamid. Auch das ist krebserregend. Deswegen mariniertes Fleisch vor dem Grillen abtupfen. Ist ein Stück Fleisch oder eine Wurst schwarz angebrannt, besser großzügig abschneiden.

Auch sollte das Grillgut nicht geräuchert, sondern gegrillt werden. Also bitte warten bis der ganze Qualm sich verzogen hat. (Ich weiß, es nervt!) Und erst wenn die Kohlen gut durchgeglüht sind, Grillgut aufs Rost legen. Kohle oder Briketts rauchen in der Regel weniger als Holz.

Damit kein Öl oder Fett in die Glut tropft und verraucht, wiederverwendbare Fettauffangschalen für Fisch, fettes Fleisch und in Öl mariniertes Gemüse nutzen. Fette Lebensmittel können im Prinzip auch in Alufolie vorgegart werden und dann nur zum Abschluss kurz auf den Grill. Aber Alufolie ist eine Umweltsünde und sollte eigentlich gar nicht verwendet werden. Deswegen besser einmal in Edelstahlschalen investieren. Übrigens, gepökeltes Fleisch wie Kassler, Speck oder Wiener Würstchen gehören gar nicht auf den Grill. Es können sich schädliche Stoffe entwickeln.

Eure Yvonne