Haushalt

Fragen von Lesern und Zuschauern – Teil 35

Wie entsteht ein Schaden durch einen Twister-Knopf? Was tun bei müffelnder Wäsche? Lohnt sich ein Wäscheschacht? Zu wenig Füllmenge in der Verpackung? Auf (fast) alle Fragen rund um den Haushalt hat Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks eine Lösung. In ihrem Blog beantwortet die TV-Moderatorin die Zuschriften ihrer Leser und Zuschauer.

Yvonne Willicks

Wie entsteht ein Schaden durch einen Twister-Knopf?

Katja aus Wuppertal hat mir geschrieben. Sie ärgert sich über Gebrauchspuren an ihrem Kochfeld. Sie schreibt: „Ich habe mir vor gut einem Jahr … neue Küche gekauft. (…) Neu ist für mich am aktuellen Kochfeld, dass das Kochen über einen sogenannten Twister-Knopf gesteuert wird. Und genau dieser Knopf hinterlässt nach gut einem Jahr bereits heftige Spuren auf dem Kochfeld. (…) Ich benutze ausschließlich sehr hochwertige Töpfe und wir sprechen hier auch nicht von allgemeinen Gebrauchsschäden, es ist mir völlig klar, dass diese auf dem Glasfeld entstehen können. Es geht ausschließlich um die Beschädigung durch den Twister; es kann doch nicht sein, dass durch den ganz normalen Gebrauch nach gut einem Jahr schon solch ein Schaden auf dem Glas entstanden ist. Wie soll die Fläche in zwei oder drei Jahren aussehen? Es würde mich sehr freuen, wenn Sie einmal Ihr geschultes Auge darauf werfen könnten.“

Liebe Katja,

netterweise hast Du mir ein Bild des Schadens gesendet. Ich finde, das sieht schon ziemlich heftig aus. Der Hersteller erklärt die Kratzer damit, dass Sand oder andere Verschmutzungen unter dem Knopf waren und durch die ständige Bewegung des Twisters Kratzer im Glas hinterlassen haben. Das kann ja nur dann der Fall sein, wenn der Knopf mit der Glasscheibe direkten Kontakt hat. Sollte das so sein, kann der Hersteller durchaus Recht haben mit seiner Analyse. Eine andere Erklärung könnte nur sein, dass der Twister-Knopf selbst an der Unterseite nicht völlig glatt ist, sondern durch kleine Unebenheiten selber die Kratzer hinterlassen hat. Ab wie auch immer, ein solcher Knopf ist aus meiner Sicht falsch konzipiert. Beim Zubereiten von Lebensmitteln fallen immer irgendwelche Krümel, Sandkörner oder Salz- oder Zuckerkristalle runter. Es ist geradezu unmöglich ein Kochfeld beim Kochen vollends sauber zu halten. Ein Knopf, der durch ein paar Krümel so einem Schaden hinterlässt, ist aus meiner Sicht keine besonders anwenderfreundliche Innovation. Ich hoffe, der Hersteller zeigt sich kulant und ersetzt das Kochfeld.

Was tun bei müffelnder Wäsche?

Nina hat mir geschrieben, weil die Sportkleidung ihrer Familie furchtbar müffelt. Sie schreibt: „Unsere Sportwäsche riecht nach dem Tragen immer extrem, und wenn wir sie trocknen lassen, riecht zum einem das Zimmer, in dem das geschieht, und wenn die Wäsche trocken dann in den Wäschekorb kommt, riecht dieser Teil auch! Haben Sie eine Idee wie ich mit der Situation am besten umgehen soll?“

Liebe Nina,

mit diesem Wäsche-Problem bist Du nicht allein. Ich bekomme viele (anonyme) Zuschriften zum Thema Schweißgeruch und Schwitzflecken. In der Regel lässt sich das einfach beheben. Bei schweißtreibender Tätigkeit muss Sportwäsche einiges leisten. Moderne Funktionswäsche ist luftdurchlässig und sorgt dafür, dass Feuchtigkeit schnell verdunstet. Allerdings verdunsten nicht die Bakterien, die den geruchlosen Schweiß in unangenehm riechende Stoffe zersetzt.

Ich hatte dazu schon mal etwas in diesem Blog geschrieben.

Das findet Ihr hier:

https://www.yvonnewillicks.de/2018/08/31/puh-peinlich-es-mueffelt-unterm-arm-schweissgeruch-was-hilft/

Und hier:

https://www.yvonnewillicks.de/2019/06/14/leserfrage-schweissflecke/

Sport-Funktionswäsche nimmt Schweißgeruch eher an als Baumwolle, weil Kunstfasern keine Feuchtigkeit aufnehmen können und der Schweiß auf der Faser-Oberfläche schnell von Bakterien zersetzt wird. Diese Bakterien bleiben im Stoff, wenn sie nicht bei hohen Waschtemperaturen (60 Grad) abgetötet werden. Das Problem bei Sportwäsche: Sie ist meist nicht für hohe Temperaturen geeignet. Wird in den temperaturbedingt nicht ganz sauber gewaschenen Klamotten wieder gesportelt und geschwitzt, riecht es meist noch schlimmer als zuvor. Eine heiße Wäsche reicht in der Regel aus, das Problem zu beheben. Ist eine 60 Grad-Wäsche nicht möglich, lohnt sich ein Versuch bei 40 Grad mit einem pulverförmigen Vollwaschmittel. Waschpulver enthält (im Gegensatz zu Flüssigwaschmittel) Bleiche, die auch bei niedrigen Temperaturen gegen Keime in Textilien wirkt. Wenn auch das nicht hilft, müssen wohl oder übel neue Sportklamotten her – und zwar welche, die heiß gewaschen werden können.

Lohnt sich ein Wäscheschacht?

Nina hat außerdem noch eine zweite Frage: „Wir sind aktuell 4-köpfig Familie mit gerade 11 Monate alten Zwillingen und sanieren ein Haus! Ich habe darüber nachgedacht in einen Wäscheschacht zu investieren! Vielleicht wird man irgendwann sogar zu fünft sein und die Wäsche wird bestimmt auch so nicht weniger in den nächsten Jahren! Leider würde so ein Wäscheschacht an anderen Stellen Kompromisse fordern!“

Liebe Nina,

als wir noch zu fünft waren, habe ich mir manche Male einen Wäscheschacht gewünscht. Was für eine Erleichterung, einfach das dreckige Zeugs reinzuschmeißen und irgendwann später im Waschkeller zu sortieren und wieder sauber zu waschen. Ich habe es mir himmlisch vorgestellt. In der Realität hat ein Wäscheschacht auch ein paar Nachteile, zum Beispiel, dass Wäsche unsortiert im Waschkeller landet. Und dass die Wäsche aus den Augen und somit aus dem Sinn ist, führt bei einigen sicher erfolgreich dazu, die stetig wachsenden Wäscheberge zu verdrängen. Bei kleinen Kindern bitte bedenken, dass Schmutzwäsche oft feucht oder sehr schmutzig ist, durch Ausscheidungen aller Art. Diese Wäsche sollte nicht durch den Schacht, sie muss weiter im Wäschekorb transportiert werden. Bitte außerdem bedenken; dass durch das Rohr die Geräusche der Waschmaschine zu hören sein könnten und Zugluft entstehen kann. Diese Dinge gilt es abzuwägen gegen die Vorteile, die ein solcher Schacht mit sich bringt – und mit den baulichen Kompromissen, die bei der Sanierung dafür eingegangen werden müssen. Ich hätte mich auf jeden Fall für so ein Teil entschieden.

Zu wenig Füllmenge in der Verpackung?

Sabine hat mir geschrieben, weil sie zu wenig Reis in ihrer Verpackung vermutet: „Gestern ist mir aufgefallen, dass die Reis-Verpackungen (in diesem Fall Risotto sowie Wildreis) nicht die gemäß Verpackung angegebene Menge von 500g beinhalten, sondern lediglich 400g Inhalt haben. 100 Gramm weniger, das nenn ich mal eine Mega-Verbrauchertäuschung …“

Liebe Sabine,

weicht der tatsächliche Inhalt einer Verpackung gravierend von der angegebenen Menge ab, ist das eine echte Verbrauchertäuschung. Denn nach dem Eichgesetz muss die „Nennfüllung“ (in diesem Fall 500 Gramm) der Füllmenge entsprechen. Das heißt nicht, dass jeder Reisbeutel exakt 500 Gramm enthalten muss. In der Fertigpackungsverordnung ist geregelt, dass für Fertigpackungen mit der gleichen Nennfüllmenge das sogenannte Mittelwertprinzip gilt. Danach müssen Verpackungen einer Charge im Durchschnitt die Nennfüllmenge erreichen – nicht aber jedes einzelne Produkt.

Bei den einzelnen Verpackungen gelten Toleranzen. Bei einer Nennfüllmenge von 500 Gramm sind das 15 Gramm. Im Einzelfall (Bei höchstens zwei Prozent der Produkte einer Charge.) darf die Abweichung das Doppelte betragen. Im Fall der Reispackung wären das dann 470 Gramm – immer noch ziemlich weit von den gewogenen 400 Gramm entfernt. Bei solchen Abweichungen kann und sollte sich jeder beim Hersteller und beim Eichamt beschweren.

Allerdings hat Sabine sich später noch mal bei mir gemeldet, und das Rätsel um die fehlenden 100 Gramm gelöst. „Ich habe meinen kleinen Feriengast dabei ertappt, wie er mit der Waage gespielt hat. Er wird sie verstellt haben und somit wurde mir ein falsches Gewicht anzeigt. Ich habe alle Packungen nochmals gewogen … das Gewicht ist korrekt. Sorry für die Aufregung …“ 🙂

Zum Thema Füllmengen habe ich übrigens auf dem Blog schon mal einen Test gemacht.

Den findet Ihr hier:

https://www.yvonnewillicks.de/2020/02/28/fuellmengen-von-quark-sahne-und-co/

Eure Yvonne